Weilheim und Umgebung

Ein Freiwilliger darf die Nummer 112 wählen

Hauptübung Die Neidlinger Feuerwehr hat ihr Können erfolgreich demonstriert – bis auf ein paar Kleinigkeiten.

Zügig und entschlossen handeln: Die Neidlinger Feuerwehr bei ihrer Hauptübung in der Alten Schule.Foto: Peter Dietrich
Zügig und entschlossen handeln: Die Neidlinger Feuerwehr bei ihrer Hauptübung in der Alten Schule. Foto: Peter Dietrich

Neidlingen. Durch einen technischen Defekt an einer Stromleitung ist es im Gesangvereinsraum der Alten Schule zu einem Brand gekommen - das ist zum Glück nur die Ausgangssituation bei der Hauptübung der Neidlinger Feuerwehr. Aber es gibt noch weitere Annahmen: Aus dem Raum sind mehrere Personen zu retten, davon ist eine bewusstlos. Das Treppenhaus ist stark verraucht, und es gibt keinen zweiten Fluchtweg.

Zu Bürgermeister Klaus Däschler, vielen Gemeinderäten und benachbarten Feuerwehren, haben sich auch einige Zuschauer gesellt. „Ich suche einen Freiwilligen, der die Nummer 112 wählt“, sagt Feuerwehr-Kommandant Thomas Kuch. Sogleich eilt ein Mitglied der Jugendfeuerwehr herbei. Die Feuerwehrleute stehen schon bereit und sind deshalb blitzschnell am Einsatzort.

Doch auch bei den vergangenen echten Einsätzen lagen die Ausrückzeiten laut Thomas Kuch stets unter vier Minuten. Ein Vorteil: Einige Feuerwehrleute arbeiten bei Festool direkt neben dem Feuerwehrhaus, und die Firma lässt sie bei allen Einsätzen unverzüglich gehen

Das erste Feuerwehrfahrzeug fährt vor. „Es hält den Platz frei, falls die Drehleiter aus Weilheim kommt“, erläutert Kuch. Kurz darauf sind auch die anderen Fahrzeuge da. Der Einsatzleiter ist an der gelben Jacke zu erkennen, die Gruppenführer an der blauen. Einige Feuerwehrleute dringen mit Atemschutzgerät in das künstlich verrauchte Erdgeschoss vor. Mehrere Jungs und ein Mädchen der Jugendfeuerwehr steigen, am Seil gesichert, durchs Fenster hinaus und die Leiter hinab. Die Geborgenen werden sofort an das Deutsche Rote Kreuz übergeben.

Wasser kommt bei der Übung in der Alten Schule nicht zum Einsatz, die Feuerwehr spritzt stattdessen in den Nachbargarten. Ins brennende Haus bläst die Feuerwehr frische Luft. „Wir wollen im Haus wenig verändern“, sagt Thomas Kuch, schließlich müsse noch die Brandursache ermittelt werden.

Die Manöverkritik übernimmt Wolfgang Pfauth, stellvertretender Kommandant der Weilheimer Feuerwehr. Die Neidlinger Feuerwehr, sagt er, sei „eine super Truppe, motiviert und die Ausbildung passt“. Durch die gemeinsame Ausbildung würden sich die Mitglieder der benachbarten Feuerwehren gut kennen. Das sei eine Voraussetzung für die gute Zusammenarbeit. Es gebe da so „ein paar kleine Sachen“ bei der Übung. Von Pfauth gibt es deshalb nur eine Ermahnung: „Die Schlauchreserve nicht vergessen!“ Er habe gesehen, dass es im Innern der Alten Schule nicht überall genügend Schläuche gab.

Am Ende dankt Bürgermeister Klaus Däschler der Feuerwehr für ihre „professionelle Arbeit, durch die wir uns sicher fühlen können“. Er sei „froh, dass da junge Leute gerettet wurden und nicht ich“, ergänzt er mit Blick auf seine eigene Statur. Peter Dietrich

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