Weilheim und Umgebung

Ein neuer Star am Agrar-Himmel?

Noch unscheinbar und klein: die Durchwachsene Silphie
Noch unscheinbar und klein: die Durchwachsene Silphie

Noch sind es zarte Pflänzchen, die sich da unscheinbar zwischen den langen Maisstangen auf dem Boden auf einem Feld zwischen Bissingen und der Limburg breitmachen. Es ist die Durchwachsene Silphie, und sie ist möglicherweise der neue Star der Agrarbranche. Sie kommt ursprünglich aus den Feuchtprärien des östlichen Nordamerikas und entstammt der Familie der Korbblütler. „Sie ist eine ausdauernde und mehrjährige Pflanze, die aufgrund ihrer großen Biomasseproduktion als Energiepflanze angebaut werden kann“, ist über sie in Wikipedia zu lesen.

Silphie hat also das Zeug, dem Mais den Rang abzulaufen, da sie nicht jedes Jahr aufs Neue ausgesät werden muss. Hans Ederle startete heuer auf einem rund ein Hektar großen Feld einen Versuch. Weil im ersten Jahr der Wuchs noch bescheiden ist, hat er sie zwischen den Maisreihen als Unterkultur ausgesät. Kommt in ein paar Wochen der Mähdrescher, wird auch Silphie mitgeerntet, wenn auch noch als eher spärliches Grünzeug. Im nächsten Jahr dreht sie jedoch mächtig auf, bis zu drei Meter hoch kann sie werden. Mancherorts sind die Erträge sogar höher als beim Mais, sodass sie sich vor allem für die Produktion von Biomethan eignet. „Als Viehfutter ist Silphie wohl nicht geeignet, die Tiere fressen sie nicht so gerne“, konnte der Bissinger in Erfahrung bringen.

Düngen muss Hans Ederle seine Silphie zwar auch, allerdings ist kein Pflanzenschutz nötig, weshalb die Pflanze als klima- und umweltschonende Alternative zum Mais gilt. Weiterer Vorteil: Sie blüht von Juli bis September und die Äcker sind damit eine Insektenweide. ih

Mais Blühender Acker, BienenstromprojektEderle
Mais Blühender Acker, BienenstromprojektEderle
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