Weilheim und Umgebung

Einstimmen in die Adventszeit

Konzert Beim Adventskonzert in der Weilheimer Peterskirche zeigten Chor und Orchester eine atemberaubende Präsenz.

Klavier
Symbolbild

Weilheim. Zahlreiche Zuhörer waren nach Weilheim gekommen, um sich in der festlich ausgeleuchteten Peterskirche durch Kantaten von Bach, Buxtehude und Telemann auf die Adventszeit einstimmen zu lassen. In der reizvollen Atmosphäre dieses Kirchenraumes gestaltete der Chor an der Peterskirche sein erstes großes Konzert unter der Leitung des neuen Kantors Luboš Ihring, der eigens für diesen Anlass ein Barockorchester zusammengestellt hatte.

Anzeige

Eröffnet wurde das Konzert mit Telemanns Adventskantate „Machet die Tore weit“. Der Chor bestach vom ersten Ton an mit Präsenz. Die frische Gestaltung des Anfangschores faszinierte - ein wunderbarer Einstieg in das Konzert. Nach furiosem Beginn waren die Erwartungen hoch gesteckt. In den folgenden Arien und Rezitativen zeigten sich jedoch leichte Unstimmigkeiten in der Intonation des Barockensembles, die das Orchester trotz mehrmaligen Nachstimmens erst bei Buxtehudes Kantate „Erfreue dich, Erde!“ endgültig meisterte.

Der Kantate „Ihr lieben Christen, freut euch nun“ gaben die Blechbläser durch ihren strahlenden Klang eine festliche Note. Der Chor präsentierte sich bei „Siehe, der Herr kommt“ erneut sicher und mit guter Artikulation. Wie in allen Solopartien des Abends überzeugte der Bassist Bernhard Hartmann mit seiner souverän fließenden Tongestaltung, während Sopranistin Zuzana Schneiund Altistin Mareike Weiffenbach gelegentlich zurückhaltend erschienen.

Reizvoll mit kleinen Schwächen

Die Adventskantate von Johann Sebastian Bach „Schwingt freudig euch empor“ ist anspruchsvoll. Die durch den furiosen Beginn des Konzertes hoch gesteckten Erwartungen konnte der Chor im Eingangschorus nicht ganz erfüllen; doch fand er in den folgenden Chorälen der Kantate schnell zu seiner anfänglichen Sicherheit zurück. Reizvoll der Zusammenklang von Barockoboe und Tenorsolist Alexander Illi in der Solo- arie „Die Liebe zieht mit sanften Schritten“. Bei der Arie von Sopran und Solovioline „Auch mit gedämpften, schwachen Stimmen“ wurde fein ausgestaltet und gedämpft musiziert - ein bisschen mehr Klang wäre trotzdem schön gewesen und hätte die Ausgestaltung noch mehr zum Ausdruck gebracht.

Bei der abschließenden Kantate von Buxtehude „Erfreue dich, Erde!“ präsentierte der Chor sich wieder mit strahlendem Klang, und das Barockorchester hatte die Intonationsunsicherheiten überwunden. Schwungvoll, frisch und mit raumfüllendem Klang verabschiedete sich der Chor der Peterskirche von den zahlreichen Zuhörern. Gabriele Rolfs