Weilheim und Umgebung

Garten-Schauen und mehr

Die Owener Künstlerin Irma Luisa Gaugele stellt ihre Bilder im Weilheimer Rathaus aus – Eine farbenfrohe Angelegenheit

Garten-Schauen und mehr
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Weilheim. „Meine Bilder sollen die Seele berühren“, charakterisiert die Künstlerin ihre Werke. Und die Bilder erzeugen in der Tat beim Betrachter ein angenehmes Gefühl. Irma Luisa Gaugele schwelgt in warmen Farben, die Gemälde strahlen

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Harmonie aus. Solche Bilder hätte man gerne zu Hause hängen. Der Stil erinnert ein wenig an den französischen Impressionisten Claude Monet, der viele Landschaftsbilder in ähnlich leicht verwischter Art und Weise gemalt hat.

Bei der Vernissage im Weilheimer Rathaus hielt eine namhafte Kunstprofessorin die Laudatio: Elke Gaugele von der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Wie der Name schon vermuten lässt, ist sie die Tochter der Künstlerin. „Gartenbilder“, so die Kulturwissenschaftlerin, „sind Ausdruck menschlicher Sehnsucht nach Schönheit und Harmonie“. In der Romantik und späteren Biedermeierzeit war Blumenmalerei bereits weit verbreitet, vor allem bei Künstlerinnen. Anmut, Frische und Blüte von Blumen standen für Weiblichkeit. „Vielleicht verdanke ich es den Blumen, dass ich überhaupt Künstler geworden bin“ zitierte die Laudatorin Claude Monet, der so weit gegangen ist, sich selbst Gärten als Mal-Motive zu kreieren und anzulegen. Die Ausstellung zeigt zunächst Landschaftsmotive, die vor der Haustür liegen: Kirchheimer Marktplatz, Burg Teck, Limburg. Die Bilder wandern weiter durch verschiedene Landesgartenschauen, wie etwa Schwäbisch Gmünd. „Das ist unser Konzept“, betont Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle bei der Vernissage, „lokale Künstler oder lokale Motive sind dafür Voraussetzung, dass wir unser Rathausfoyer als Galerie zur Verfügung stellen.“ Während der üblichen Öffnungszeiten der Stadtverwaltung ist die Ausstellung zu besichtigen und auf Absprache mit dem jeweiligen Künstler auch am Wochenende. „Wir freuen uns,“ so Züfle weiter, „dass wir hier die passenden Bilder zum Frühlingserwachen im Haus haben. Überall ist die Natur im Aufbruch, die Gärten hier sind farbenfroh und fröhlich.“

Blumen in all ihrer Pracht sind zu sehen: altrosa Pfingstrosen, bunte Sommerblumen, weiße Lilien und blauer Rittersporn, leuchtend rote Tulpen und Klatschmohn. Dazwischen ein provenzalischer Steinbruch im Roussillon, Olivenbäume in der Toskana, eine alte Tür irgendwo in der Provence. In diesen Bildern spiegeln sich Urlaubsreisen der Künstlerin und sie verrät: „Da habe ich viele wunderschöne Fotos gemacht, gemalt habe ich die Bilder dann zu Hause in meinem Atelier.“ Ganz andere Farb- und Lichtstimmungen hat sie erzeugt mit ihren Impressionen aus Skandinavien, zum Beispiel einer Birkenwaldlichtung im hohen Norden oder Seenlandschaften.

Alle Exponate sind erst in den letzten vier Jahren entstanden. Es handelt sich fast ausschließlich um Acrylmalereien. Zuvor hatte Irma Luisa Gaugele überwiegend Aquarellbilder gemalt. Die gebürtige Bremerin lebt seit 22 Jahren in Owen. Sie war als Raumgestalterin tätig, bis sie im Jahr 2000 mit der Malerei intensiv loslegte. Malen als Hobby hatte sie zuvor schon zeitlebens begleitet. Mit Workshops und Kursen hat sie sich zusätzliche handwerkliche Fertigkeiten erarbeitet, unter anderem an der Kunstschule von Sabine Fleischmann in Holzmaden.

Die Ausstellung „Garten-Schauen und mehr“ ist bis 10. Juni im Weilheimer Rathaus zu sehen. Die Eröffnung war musikalisch stimmungs- und kunstvoll umrahmt von Georg Friedrich Lawall (Gitarre) und Martin Herrmann (Flöte). Die Musikstücke stammten teilweise aus der Feder Lawalls, die er passenderweise jeweils in einer historischen Parkanlage am Gardasee beziehungsweise in Spanien komponiert hat. Das gewisse Quäntchen Lokalkolorit bekam der „gemütliche Teil“ der Vernissage durch ein paar gute Tröpfchen von der Limburg, einer Spätburgunder Spätlese und einem Sylvaner.