Weilheim und Umgebung

Junges Film-Duo setzt das Städtle in Szene

Marketing Julian Schumacher und Florentin Benz-Eberhard haben Weilheims Imagefilm gedreht. Sie begleiten auch das Jubiläum mit Kamera und Drohne. Von Bianca Lütz-Holoch

Im Auftrag der Stadt mit Kamera und Drohne unterwegs: Julian Schumacher (links) und Florentin Benz-Eberhard.Foto: Markus Brändli
Im Auftrag der Stadt mit Kamera und Drohne unterwegs: Julian Schumacher (links) und Florentin Benz-Eberhard. Foto: Markus Brändli

Los geht der Flug übers Städtle - die Limburg fest im Blick. Ein Schwenk führt über die Peterskirche, nach unten in die Innenstadt mit ihren Cafés, Restaurants und Festen, in die großen Unternehmen - und immer wieder zurück zur Limburg, mal weiß getupft zur Kirschblütenzeit, mal behangen mit saftigen Trauben. Wer diese Reise durch Weilheim miterleben möchte, muss nicht fliegen oder sich zu Fuß auf den Weg machen. Es genügt, auf der Homepage der Stadt den neuen Imagefilm anzuklicken und „play“ zu drücken.

„Wir wollten zeigen, wie schön Weilheim zum Leben und Arbeiten ist und was es so einzigartig macht“, erläutern Julian Schumacher und Florentin Benz-Eberhard die Idee ihres Werks. Die beiden Studenten haben den Film im Auftrag der Stadt gedreht und begleiten nun auch das Jubiläumsjahr mit Kamera und Drohne.

Die Idee dazu war vor rund eineinhalb Jahren entstanden. „Damals hatten wir gerade einen Film für die Touristik-Information Münsingen fertiggestellt und dachten, dass es schön wäre, auch etwas über Weilheim zu machen“, erzählt Julian Schumacher. Der 24-Jährige lebt in der Stadt unter der Limburg, Florentin Benz-Eberhard ist in Bissingen aufgewachsen und wohnt in Kirchheim. In Gesprächen mit Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle nahm der Gedanke Gestalt an, bis schließlich feststand: Ein Imagefilm, der für die Stadt wirbt, soll zu Beginn des Festjahres erscheinen. Ein Dokumentarfilm wird nach dem Jubiläumsjahr die Festveranstaltungen Revue passieren lassen.

„Als digitale Zukunftskommune wollen wir die neuen Medien für uns nutzen“, sagt Johannes Züfle. Auch soll der Imagefilm langfristig über Leinwände und Bildschirme flimmern. „Er steht auf unserer Homepage und wird auch in den kommenden Jahren bei Neubürgerbegrüßungen und Tagungen zum Einsatz kommen.“

Drei Minuten und 28 Sekunden ist der Film lang. Dahinter steckt jedoch ein Vielfaches an Zeitaufwand: „Wir haben 220 Stunden reingesteckt“, schätzt Julian Schumacher. Kein Pappenstiel für zwei junge Männer, die das Filmemachen nur nebenher betreiben. Denn eigentlich studieren sie im fünften Semester Maschinenbau an der Hochschule Esslingen. „Wir schaffen das zeitlich ganz gut und drehen viel an den Wochenenden und in den Semesterferien“, sagt Florentin Benz-Eberhard. „Aber natürlich ist es manchmal ganz schön stressig.“ Der Weilheim-Film in Kombination mit einem Imagefilm für die Hochschule Esslingen war für die Studenten im vergangenen Jahr schließlich nicht mehr nur nebenher zu stemmen. Sie vertagten ihre Prüfungen und schoben ein zusätzliches Semester ein.

Zum Filmemachen sind die zwei durch Zufall gekommen. „Vor vier Jahren habe ich mir eine Kamera gekauft“, erzählt Julian Schumacher. Schnell merkte er: Knipsen allein reicht ihm nicht. Ein besseres Gerät musste her und war mit im Gepäck, als die beiden Freunde im Sommer 2016 nach Schottland auf die Isle of Skye reisten. „Mir war ganz schön langweilig“, erinnert sich Florentin Benz-Eberhard daran, wie er seinem Mitreisenden nur däumchendrehend bei dessen neu entdeckter Foto- und Filmleidenschaft zuschauen konnte. Zurück in Deutschland kaufte sich der 25-Jährige kurzerhand eine Drohne. „Am Gelben Fels habe ich den Sonnenuntergang aus der Luft gefilmt“, erzählt Florentin Benz-Eberhard. Nach ein paar Wochen üben schnitt er Luftaufnahmen von der Schwäbischen Alb zusammen und teilte das Ergebnis in Facebook. Was er nicht erwartet hatte: „Es kam extrem gut an. Damals gab es noch nicht so viele Filme aus der Drohnen-Perspektive.“

Dann ging alles ganz schnell: Das Video wurde geteilt und verbreitete sich. „Und damit kamen auch die Anfragen“, erzählt Florentin Benz-Eberhard, als Erstes aus Münsingen. „Dafür haben wir ein Kleingewerbe angemeldet.“ Das Unternehmen „Eye-Catchgraphy“ war geboren und wurde quasi zum Selbstläufer. Die beiden Filmer feilten an Film- und Schnitttechnik, investierten in ihre Ausrüstung und bekamen neue Aufträge. „Mittlerweile sind wir ausgebucht“, sagt Julian Schumacher. Er filmt am Boden mit Kamera und Gimbal, einem Gerät zur Bildstabilisierung, Florentin Benz-Eberhard aus der Luft mit der Drohne. Das Schneiden ist Teamwork. „Wir drehen viel und holen wenig raus“, beschreiben die Filmemacher ihre Philosophie, die sie auch beim Weilheimer Stadtjubiläum anwenden: „So bekommen wir lebendige, ungestellte Szenen.“

Videos der jungen Filmemacher gibt es auf deren Youtube-Kanal „Eye-Catchgraphy“ zu sehen. Den Imagefilm der Stadt Weilheim findet man auf www.weilheim-teck.de

Anzeige