Weilheim und Umgebung

Nur nichts verkommen lassen

Haushalt Ohmden investiert im laufenden Jahr 433 200 Euro in Straßen, Kanäle, Plätze und die Gemeindehalle.

Der marode Platz vor der Schule wird saniert.Foto: Carsten Riedl
Der marode Platz vor der Schule wird saniert.Foto: Carsten Riedl

Ohmden. Zwischen Sparen und Sanieren: Das ist das Spannungsfeld, in dem sich der Haushalt der Gemeinde Ohmden 2019 bewegt. Auf der einen Seite hat die kleine Kommune traditionell wenig Geld in der Tasche. Besonders düster sieht es bei den Gewerbesteuereinnahmen aus: Nur 130 000 Euro werden 2019 erwartet. Auf der anderen Seite will und kann sie ihre Infrastruktur - öffentliche Plätze, Straßen, die Gemeindehalle - nicht verkommen lassen. Oder, wie der Gemeinderat und stellvertretende Bürgermeister Roland Greiner es treffend formulierte: „Wenn die Infrastruktur mal am Boden liegt, bringt man sie nicht mehr hoch.“

Für ihrem Kurs, die Finanzen im Blick zu behalten, die Substanz der Gemeinde aber Schritt für Schritt zu erneuern, hat Bürgermeisterin Barbara Born im Gemeinderat viel Zustimmung erhalten. Mit einer Gegenstimme ist der Haushaltsplan für 2019 verabschiedet worden. Die Eckpunkte: Im laufenden Jahr ist, anders als im Vorjahr, keine Kreditaufnahme notwendig. Die geplanten Investitionsmaßnahmen in Höhe von 433 200 Euro kann die Gemeinde von ihrem Girokonto, den liquiden Mitteln, bezahlen, das Anfang 2019 mit 711 670 Euro für Ohmdener Verhältnisse gut gefüllt ist - allerdings nur dank eines Kredits aus 2018.

Der größte Brocken, neben vielen kleineren Posten, wird 2019 für die Sanierung des Abwasserdruckkanals im Bereich der Lindenhöfe fällig. Kostenpunkt: 140 000 Euro. Die neue Lüftungsanlage, die die Gemeindehalle 2019 erhält, schlägt voraussichtlich mit 110 000 Euro zu Buche. Weil die Vorhänge der Gemeindehalle nicht mehr den Brandschutzauflagen genügen, muss die Gemeinde sich um alternative Schattenspender kümmern. Für eine Jalousie sind im Haushaltsplan 30 000 Euro reserviert.

Günstigere Lösungen suchen

Der marode Platz vor der Grundschule ist der Bürgermeisterin ein Dorn im Auge. 50 000 Euro sollen 2019 in seine Verschönerung fließen. Unverständlich für Gemeinderat Wolfgang Lutz, der die Sanierung gerne schieben würde. Roland Greiner und Daniela Haible-Lutz argumentierten dagegen, auch die Rathauschefin blieb hartnäckig. „Ich bin nicht der Meinung, dass wir das schieben sollten. Dieser Platz ist wichtig. Wir können uns das leisten“, sagte Barbara Born

Auch die Sanierung des Wiestalradwegs, der 2019 für 66 000 Euro saniert werden soll, sorgte im Gemeinderat für Diskussion. Roland Greiner hält den Betrag für zu hoch. Barbara Born versprach, mit dem Ingenieurbüro zu sprechen und nach einer günstigeren Lösung zu suchen. Die 35 000 Euro, die im Haushalt für die Beschaffung eines Transporters für den Bauhof vorgesehen sind, sind ebenfalls noch nicht in Stein gemeißelt. Roland Greiner hält den Betrag „für dieses Fahrzeug“ für übertrieben. „Der Leasing-Vertrag für das Fahrzeug läuft erst im November aus. Wir sind nicht unter Zeitdruck“, beruhigte Barbara Born.Antje Dörr

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