Weilheim und Umgebung

Weilheim-App ins Spiel gebracht

Projekt Bei einer Zukunftswerkstatt in der Limburghalle haben Menschen aus Weilheim gemeinsam überlegt, wie digitale Angebote das Leben in der Stadt erleichtern könnten. Von Bianca Lütz-Holoch

Rauchende Köpfe an den Thementischen: In Weilheim durften Bürger Vorschläge für digitale Neuerungen machen. Foto: Carsten Riedl
Rauchende Köpfe an den Thementischen: In Weilheim durften Bürger Vorschläge für digitale Neuerungen machen. Foto: Carsten Riedl

Jede Menge gute Ideen sind schon da: Einen Abend lang haben sich Bürger aus Weilheim sowie Vertreter von Gewerbe, Schulen, Kommunalpolitik und Vereinen bei der Zukunftswerkstatt Digitalisierung in der Weilheimer Limburghalle den Kopf darüber zerbrochen, wie eine digitale Zukunftsstadt Weilheim aussehen könnte. „Aus den Vorschlägen wollen wir nun eine konkrete Strategie erarbeiten“, kündigt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle an. Zu Ende ist der Prozess aber noch nicht. In den kommenden Wochen haben die Weilheimer Gelegenheit, weitere Ideen an die Stadt zu schicken, und zwar - wie es sich für einen digitalen Vorreiter gehört - über ein Online-Formular auf der städtischen Homepage.

Wichtig: Bei der Strategie geht es nicht um die Internet-Technik - auch wenn diese erst einmal Grundvoraussetzung ist. „Ziel ist es, den Menschen durch Digitalisierung das Leben zu erleichtern und den Standort Weilheim attraktiver zu gestalten“, erläutert Franz-Reinhard Habbel von der Gemeindetag Service AG, die Weilheim als externer Projektpartner berät.

Vier Bereiche, in denen die Digitalisierung künftig eine größere Rolle spielen soll, hatten die Teilnehmer des öffentlichen Workshops in der Limburghalle zu beackern: Bürgerservice, Bildung, Kultur sowie Wirtschaft und Handel. Innerhalb dieser Felder gab es keine weiteren Vorgaben und - wie Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle betonte - keine Denkverbote: „Trauen Sie sich, zu spinnen“, lautete sein Appell an die Teilnehmer.

Und das taten die Bürger an vier Thementischen - die einen mehr, die anderen weniger: So mancher zeigte sich noch skeptisch und räumte ein, mit Social Media, Online-Shops und Co. wenig am Hut zu haben. Andere dagegen brachten bereits durchdachte Vorschläge und digitale Visionen ein.

Weit oben auf der Prioritätenliste: ein digitaler Bürgerservice, der es den Menschen in Weilheim zum Beispiel ermöglicht, Zählerstände digital zu übermitteln, Kindergarten- und Schulanmeldungen online vorzunehmen und Genehmigungen via Internet einzuholen. Auch ein Beschwerdeportal, ein digitales Stimmungsbarometer und eine Ideenbörse wurden gewünscht.

Insbesondere dem Kultur-Tisch schwebte eine digitale Veranstaltungsplattform vor, die nicht nur einen Veranstaltungskalender bietet und Kulturschaffende vernetzt, sondern auch ein Reservierungs- und Bezahlsystem beinhaltet. Weitere Vorschläge: eine Handy-Stadtführung, bei der ein Augmented-Reality-Bertold aus der Vergangenheit plaudert, und eine digitale Veranstaltungstafel, die in der Stadt aufgestellt wird.

Den Schulen waren neben guter Hardware und einer besseren organisatorischen Vernetzung auch Cloud-Lösungen und Lernplattformen wichtig, über die Schüler individueller gefördert werden können. Nicht zu vergessen: die notwenige Schulung der Lehrer, um sich im digitalen Dschungel besser zurechtzufinden.

Immer wieder gewünscht wurde eine Weilheim-App fürs Smartphone, die verschiedene Dinge unter einen Hut bringen könnte - von der Stadtinfo über die Jobbörse bis hin zu Produktvermarktung. Auch über das Internet organisierte Bringdienste lokaler Geschäfte wurden als Neuerung genannt, von der Händler und Kunden gleichermaßen profitieren könnten.

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