Weilheim und Umgebung

Weilheim setzt auf neuen Caterer

Schulverpflegung Ab September werden die beiden Weilheimer Mensen von den Alb-Fils-Kliniken beliefert. Die einen begrüßen den Anbieterwechsel, andere sind noch skeptisch. Von Bianca Lütz-Holoch

Nur noch wenige Essen sind zuletzt am Bildungszentrum Wühle über die Theke gegangen.Archiv-Foto: Jean-Luc Jacques
Nur noch wenige Essen sind zuletzt am Bildungszentrum Wühle über die Theke gegangen.Archiv-Foto: Jean-Luc Jacques

Essen ist Geschmackssache - und Mensaessen ganz besonders. Das zeigt sich auch in Weilheim. Gerade mal 20 Essen am Tag sind in der Mensa am Bildungszentrum Wühle (BZW) zuletzt noch über die Theke gegangen. „Es hat Beschwerden über die Qualität gegeben, und die Akzeptanz ist geringer geworden“, sagt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Ab dem neuen Schuljahr beliefert nun ein neuer Caterer die beiden Mensen am Bildungszentrum und an der Limburg-Grundschule. Die Reaktionen darauf sind geteilt.

Als neuen Lieferanten auserkoren hat die Stadt Weilheim die Service-GmbH der Alb-Fils-Kliniken. Die versorgt nicht nur die Klinik am Eichert in Göppingen und die Helfenstein-Klinik in Geislingen, sondern auch das Geislinger Michelberg-Gymnasium sowie weitere Schulen und Kitas.

Von dem Anbieterwechsel erhofft sich die Stadt einen Qualitätssprung. Zum einen reduziert sich der Anfahrtsweg. „Das Essen wird in Göppingen gekocht“, so Züfle. Der bisherige Caterer - von dem sich zum Jahreswechsel auch die Stadt Kirchheim getrennt hat - hatte nach Umstrukturierungen seine Küche nach Neuenstadt am Kocher verlagert. Seitdem werden die Menüs aus 60 Kilometern Entfernung antransportiert und solange warm gehalten.

Auch das ist bei dem Klinik-Caterer anders: Er bereitet die Menüs nach dem Cook-and-Chill-Verfahren zu. Das heißt, das frisch gekochte Essen wird im Schnellverfahren abgekühlt und kalt ausgeliefert. Erst kurz vor der Ausgabe werden die Speisen vor Ort wieder aufgewärmt. „Die Geräte dafür stellt uns der Caterer zur Verfügung“, sagt Ulrike Schmid, die im Weilheimer Rathaus für Kindergärten und Schulen zuständig ist.

Ein weiterer Pluspunkt laut Stadtverwaltung: die Flexibilität des neuen Lieferanten. „Dem bisherigen Anbieter mussten wir die Essenszahlen eine Woche vorher mitteilen - jetzt reicht ein Tag“, so Schmid. Auch was den Speiseplan angehe, gebe es künftig mehr Freiheiten. Ulrike Schmid hat auch andere Schulen, die von den Alb-Fils-Kliniken beliefert werden, befragt: „Die Resonanz ist soweit positiv.“

Realschulrektor Robin Fehmer begrüßt es ausdrücklich, dass die Mensa einen neuen Lieferanten bekommt: „Mit dem letzten Caterer waren wir recht unzufrieden“, sagt er und betont: „Es war der klare Wille von Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft der Realschule Weilheim, hier einen Wechsel herbeizuführen.“

An der Limburg-Grundschule dagegen ist man noch skeptisch: „Wir waren zufrieden mit dem bisherigen Essen und wollten auch den Anbieter nicht wechseln“, sagt Schulleiterin Ulrike Haist. Dienstags besuchen 120 Kinder die Mensa der Grundschule. Montags, mittwochs und donnerstags je 60 Kinder. „In erster Linie essen bei uns die Sechs- bis Neunjährigen“, so Haist. Und ob bei denen der neue Speiseplan mit Salaten, aber auch Gerichten wie Kassler, Buntbarsch und Ungarischem Gulasch gut ankomme, sei fraglich.

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