Weilheim und Umgebung

Wilder Müll verursacht hohe Kosten

Umwelt In Weilheim verschärft sich wie in vielen anderen Orten das Problem mit illegal entsorgtem Abfall. Das Ordnungsamt appelliert an die Bürger, die Vorschriften zu achten und die Augen offenzuhalten. Von Bianca Lütz-Holoch

wilde Müllablage bei den Glascontainern in der Kirchheimer Strasse
Foto: Markus Brändli

Um die Container in der Kirchheimer Straße türmen sich die Säcke. Sie legen zwischen Flaschen- und Altkleidercontainern neben einem Surfboard und einem Kühlschrank-Schubfach. An anderer Stelle im Städtle hat jemand auf einer Wiese alte Fahrradreifen, Möbel und Teppiche entsorgt. „Es ist eine Zumutung“, klagt Weilheims Ordnungsamtsleiter Helmut Burkhardt. Angesichts dessen, was er und die Mitarbeiter des Bauhofs so alles an den unmöglichsten Stellen finden, kann er nur den Kopf schütteln: „Warum werfen manche Bürger einfach ihren Abfall irgendwo hin?“ fragt er. „Es gibt doch für jede Art von Müll Entsorgungsmöglichkeiten.“

Foto: pr

Der Knackpunkt: Nicht alle sind kostenlos und bequem. Die Holzplatten mit Dachpappe etwa, die jetzt bei Bauhofleiter Karl Bölz auf ihre endgültige Entsorgung warten, sind schlicht und ergreifend Sondermüll. Der kostet, wenn man ihn loswerden will. Auch Motoröl, Teppichböden, alte Autoreifen und tote Haustiere kann man nicht einfach in die Restmülltonne werfen. So manchem ist es aber offenbar zu aufwändig oder zu teuer, den eigenen Abfall legal zu entsorgen. Eine Tatsache, die Helmut Burkhardt ärgert. „Es geht nicht, dass ein paar Wenige auf Kosten der Allgemeinheit die Gemarkung versauen und das Ortsbild verschandeln“, sagt er. 50 000 bis 60 000 Euro an Kosten, so schätzt der Ordnungsamtsleiter, entstehen der Stadt jedes Jahr durch wilden Müll.

Denn nicht nur für die Entsorgung muss die Kommune bezahlen, sondern auch für das Personal, das den Unrat aus Bächen, Wiesen oder auch aus Ecken mitten in der Stadt birgt. „Die Kollegen vom Bauhof sind tagtäglich mit dem Transporter auf Parkplätzen, Feldwegen und Spielplätzen unterwegs“, berichtet Helmut Burkhardt. Was sie dort finden, sind nicht einfach ein paar Verpackungen, die beim Picknick liegengeblieben sind. „Da geht es um tonnenweise abgeladenen Müll“, so Burkhardt.

Glas und Kleidercontainer in Weilheim - Schild Müllablagerung verboten
Foto: Jean-Luc Jacques

Die vermüllten Flächen rund um Altglas-, Altpapier- und Kleidercontainer lässt der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises ein bis zwei mal die Woche reinigen. „Insbesondere in der Hochsaison von Corona gab es starke Verschmutzungen an den Depotcontainerstandplätzen“, sagt Andrea Wangner, Sprecherin des Landkreises Esslingen. „Manchen war wohl die Wartezeit an den Entsorgungsanlagen zu lang.“ Mittlerweile habe sich die Lage aber wieder entspannt.

„Weilheim war immer vorbildlich, was die Sauberkeit angeht“, betont Bauhofleiter Karl Bölz. „Es ist aber ein riesen Aufwand, alles sauber zu halten.“ Neben den Kontrollfahrten mit dem Transporter geht ein eigens abgestellter Mitarbeiter drei Mal die Woche mit der Zange durch den Ort und klaubt auf, was herumliegt. Weiter verschärft hat sich die Lage im Städtle seit Beginn der Corona-Krise. Zum einen stellt der Bauhofleiter fest, dass angesichts der vielen Pizzaschachteln und anderen To-Go-Verpackungen die öffentlichen Mülleimer ständig überquellen. „Außerdem habe ich den Eindruck, dass viele die Zeit zuhause nutzen, um auszumisten.“ Statt den Sperrmüll zu bestellen, laden sie ihr Gerümpel in der Stadt oder in der Natur ab.

Glas und Kleidercontainer in Weilheim -
Glas und Kleidercontainer in Weilheim -

Um den Übeltätern auf die Schlichte zu kommen, nimmt die Stadt wild entsorgten Müll genauer unter die Lupe. „Da finden wir auch mal einen Namen oder eine Adresse“, sagt Karl Bölz. Dann werden Ordnungsamt oder Polizei eingeschaltet. Oft genug ist aber nichts zu machen. „Auf einem Teppichrest oder Autoreifen steht eben nichts drauf, was auf den ehemaligen Besitzer hinweist“, sagt Helmut Burkhardt.

Er appelliert an die Bürger, bei der Müllentsorgung besser mitzuhelfen und auch die Augen offenzuhalten. Wer etwas Verdächtiges beobachtet, kann sich beim Weilheimer Ordnungsamt unter der Telefonnummer 0 70 23/10 63 00 melden.

Wohin mit Reifen, Altöl oder Fensterglas?

Es gibt für alles eine Lösung. Das gilt zumindest im Kreis Esslingen für Müll und Unrat. Wer nicht so genau weiß, wohin mit Reifen, Altöl oder Fensterglas, kann im Abfall-ABC des Abfallwirtschaftsbetriebs des Kreises nachschauen. Es ist online unter www.awb-es.de/abfallinfo/abfall_abc zu finden.

Für gängigen Abfall stehen Tonnen, Container oder Recycling- und Wertstoffhöfe bereit. Manche Dinge wird man aber da aber nicht los.

Die Entsorgungsstationen des Landkreises Esslingen, zu denen zum Beispiel der Beurener Blumentobel gehört, bieten umfangreichere Entsorgungsmöglichkeiten an. Auch Altreifen, altes Holz und Bauschutt nehmen sie entgegen.

Bei problematischen Abfällen lohnt es sich oft auch, beim Verkäufer nachzufragen. So nehmen Reifenhändler Reifen zurück, Fensterbauer die Fenster, Elektrohändler Kühlschränke und Tankstellen oder Werkstätten Motoröl. Dazu muss man aber den Kassenzettel aufbewahren und vorlegen.

Schadstoffbelastete Abfälle sammelt das Schadstoffmobil des Landkreises ein. Dort wird man auch Farben, Lacke, Chemikalien und Autobatterien los.

Private Entsorgungsunternehmen gibt es rund um die Teck ebenfalls mehrere. Sie nehmen zahlreichen Schrott, Bauabfälle, Erdaushub und teilweise auch Problemstoffe an.

Möbel, Dachboxen und Teppiche nimmt der Sperrmüll mit. Jeder hat im Jahr zwei kostenlose Karten, mit denen er eine Abfuhr beantragen kann.

Größere Mengen an problematischen Abfällen, Bauschutt und Sperrmüll außer der Reihe zu entsorgen, kostet Geld. Reifen bis 18 Zoll etwa nimmt der Landkreis gegen eine Gebühr von vier Euro pro Stück entgegen. Bei einem größeren Durchmesser sind es 25 Euro. Pro Tonne Bauschutt fallen 81 Euro an. Asbesthaltige Abfälle kosten pro Tonne 133 Euro. Kleinere Mengen lassen sich deutlich günstiger entsorgen. bil

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