Zwischen Neckar und Alb

Aichwald muss noch warten

Kommunalpolitik Andreas Jarolim kann sein Bürgermeisteramt in Aichwald noch nicht antreten. Er hofft auf Mai oder Juni.

Aichwald. Die Wahl hat Andreas Jarolim mit 52,4 Prozent gewonnen. Wann er ins Aichwalder Rathaus einziehen kann, weiß der 34-Jährige aber noch nicht. Eigentlich habe er drei Monate Kündigungszeit, aber er hoffe, dass ihn die Netze­BW früher loslasse. 1. Mai oder 1. Juni hält Jarolim für realistische Termine.

Groß gefeiert hat er auch noch nicht. Im engsten Kreis ist er nach dem klaren und überraschenden Sieg noch essen gegangen. Die richtige Feier mit seinen Unterstützern stehe noch aus. Am Tag danach glaubt der CDU-Mann aus Esslingen, dass ihm sein großer Einsatz einen Vorteil verschafft habe: Er sei kontinuierlich vor Ort gewesen, jede Woche auf dem Markt. „Das haben die Leute gesehen.“

Weitere Gespräche stehen an

Um sich auf das Amt vorzubereiten, will Jarolim in den nächsten Wochen weitere Gespräche mit den Fraktionen und Vereinsvertretern führen. Auch mit seiner Verwaltung will er sich treffen. Sich über Gespräche einen Einblick zu verschaffen, hält er für sinnvoller, als einen Crashkurs Kommunalpolitik an der Hochschule zu besuchen.

Was Kommunalpolitik bedeutet, das weiß Lorenz Kruß schon lange. Genützt hat es ihm am Sonntag wenig, er bekam nur 25,5 Prozent der Stimmen. „Ich hatte mir deutlich mehr ausgerechnet“, sagt Kruß. Der Bürgermeister der Stadt Aichtal ist nicht nur der Verlierer in Aichwald. Er steht nun vor der schwierigen Situation, in jener Stadt weiter zu regieren, die er eigentlich verlassen wollte. Ob er noch mal in der 10 000 Einwohner-Stadt antritt, das weiß er noch nicht. „Das muss ich erst mal ein paar Tage sacken lassen und mich dann sortieren.“

Mehr ausgerechnet hatte sich auch der Drittplatzierte Marc O. Schweizer: „Das Ergebnis war für mich unerwartet klar. Es war mir nicht möglich, eine Mehrheit der Aichwalder zu überzeugen.“ Dies wolle er nun analysieren.

Warum Jarolim so grandios gewonnen hat, konnte Albert Kamm, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, am Wahlabend noch nicht ergründen. Auch SPD-Gemeinderat Michael Neumann war überrascht, dass es keines zweiten Wahlgangs bedurfte. Seinen Erfolg habe Jarolim den jungen Wählern unter 25 zu verdanken, vermutet Neumann. Er habe in den Wahllokalen gesehen, dass der „viele Junge mobilisieren konnte“. Michael Baumann, Vorsitzender der CDU-Fraktion, glaubt, dass die soziale Kompetenz Jarolims erkannt worden sei. Fast wortgleich äußert sich Margot Knapp, die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Wenn Jarolim so fleißig wie im Wahlkampf weitermache, wünsche sie ihm alles Gute. Roland Kurz

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