Zwischen Neckar und Alb

„Der Farid hat alles im Griff“

Handwerk Angehende Schreiner arbeiten derzeit an ihren Gesellenstücken. Am Samstag müssen die Möbel fertig sein.

Farid Jafari
Farid Jafari. Foto: pd

Plochingen. Eine Tür und eine Schublade sind Vorschrift. Doch wie will man damit ein schönes Möbelstück gestalten? Das Gesellenstück von Farid Jafari hat zwei Türen und vier Schubladen und wird ganz genau auf Gehrung gearbeitet. Seine Spanplatten werden mit Eiche furniert, die Griffe der Schubladen weiß lackiert. Der Rest wird mit Klarlack lackiert, geschliffen und dann nochmals lackiert.

„Das ist so glatt wie ein Kinderpopo“, sagt der Chef Reinhard Mäck­le. Er gab nur Anregungen, das gesamte Design ist vom Auszubildenden, er hat es von Hand gezeichnet. Die von den Prüfern abgenommene Zeichnung trägt einen Stempel, spätere Änderungen sind tabu. Die Einhaltung der Maße wird bei der Bewertung überprüft.

Zwei Wochen haben die Auszubildenden Zeit. Reicht das? „Der Farid hat alles im Griff, der kriegt das hin“, sagt sein Chef, erinnert aber vorsichtshalber trotzdem an ein Gesellenstück, das bei ihm erst 4.30 Uhr am Samstagmorgen fertig war und zwei Stunden später abgegeben wurde: „Da war zum Transport gerade der Lack trocken.“

Seit vier Wochen weiß der gebürtige Afghane Farid Jafari, dass er dauerhaft in Deutschland bleiben darf. Somit kann er auch weiter bei der Schreinerei Mäckle arbeiten. pm

Info Am Sonntag, 23. Juli, sind die Gesellenstücke von 10 bis 16 Uhr in der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Nürtingen ausgestellt. Danach sind sie auf www.schreiner-es-nt.de zu sehen.

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