Zwischen Neckar und Alb

Drei Stars machen einen Abstecher

Tournee Fast 2 000 Besucher feiern und tanzen beim Benefizkonzert der Bundeswehr-Big-Band auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr in Plochingen. Unter den Musikern sind einige Hochkaräter. Von Thomas Krytzner

Marco Matias und Jemma Endersby gehören zu den Stars der Band. in Plochingen rocken sie die Bühne. Foto: Thomas Krytzner
Marco Matias und Jemma Endersby gehören zu den Stars der Band. in Plochingen rocken sie die Bühne. Foto: Thomas Krytzner

Schon die Ankunft des Lkw-Trosses der Big Band der Bundeswehr sorgte für Aufsehen in Plochingen. Kein Wunder, denn die Musiker, Techniker und Rowdys hatten eine der größten transportablen Bühnen dabei. Mit einer Breite von 18 Metern bietet sie der Big Band genügend Platz, sich musikalisch zu entfalten. Es war für die Akteure der Big Band erstmal eine Umstellung, nach Plochingen zu kommen, spielten sie doch zwei Tage vorher noch in Riva del Garda - am Gardasee in Italien. In Plochingen waren die Erwartungen an die Musiker, wie bei jedem Konzert, hoch. Die Techniker, Licht- und Toningenieure hatten bis nach dem Soundcheck allerhand zu tun.

Der Gewinner des „Meet and Greet“ mit den Stars der Tournee, Jürgen Wittlinger, durfte mit einigen anderen Gästen noch vor Beginn einen Rundgang über die Bühne machen. Am Schluss warteten im Backstagebereich die Starsänger der Tour: Susan Albers, Jemma Endersby und Marco Matias.

Susan Albers wurde in Deutschland berühmt, als sie zu den Finalisten der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ gehörte. Obwohl sie den Titel nicht holte, blieb sie der Musik treu - zum Glück für die Band. Für Susan Albers ist die Kraft der Musik im Hintergrund das Besondere an ihren Auftritten mit der Big Band. „Wir erreichen ein Publikum, das in der Zahl um ein Vielfaches größer ist, als wenn ich Solokonzerte gebe.“ Der Kontakt zu den Mitgliedern ihrer DSDS-Staffel ist geblieben: „Ich habe noch sehr viel Kontakt, zum Beispiel auch mit Lisa Wohlgemuth, die den zweiten Platz in meiner Staffel belegte.“ Sie verriet, dass durch den Kontakt ihres Tontechnikers bei DSDS, Ralf Reuters, auch die Verbindung zur Big Band der Bundeswehr entstand.

In England aufgewachsen

Jemma Endersby wuchs in England auf. Anders als ihr Heimatland wandte sich die Künstlerin nicht von Europa ab. Im Gegenteil, sie packte vor Jahren ihre Koffer und suchte das Abenteuer in Deutschland. Die Faschingshochburg Köln hatte es ihr angetan. Mit nichts reiste sie in eine ungewisse Zukunft. Heute ist Jemma Endersby ein gefragter Star. Kein Wunder also, dass die Big Band ihre Bewerbung mit Freuden annahm. Inzwischen spricht die Sängerin fließend Deutsch, singt aber lieber in Englisch. „Das ist meine Muttersprache.“ Deutschland und die örtliche Kultur hat sie kennengelernt und auch einige typisch deutsche Finessen mitbekommen. Ihren Sprung über den Kanal hat sie nie bereut. „Ich bin stolz darauf, was ich hier in Deutschland alles aufgebaut habe.“ Doch im Herbst zieht es sie wieder in ihr einstiges Heimatland, für eine neue CD.

Marco Matias steht seit 13 Jahren auf der Bühne - und das nicht nur alleine. Er singt schon mal mit José Feliciano oder mit Nelly Furtado. Mit dem Engagement bei der Big Band der Bundeswehr ging für ihn ein Traum in Erfüllung. „Bei dieser Band dabei zu sein, ist wie das i-Tüpfelchen in meiner Karriere.“ Sein größtes Erlebnis war es, als er Toni Headley von Spandau Ballet treffen durfte.

Beim anschließenden Konzert stimmte dann alles. Musiker, Sänger und Bandleader harmonierten und hatten ihren Spaß auf der Bühne. Die Freude sprang schnell auf die rund 1 500 Besucher über. Begeistert war das Publikum vom Happy-Sound-Medley des Vaters aller Big Bands, James Last. Aber auch Skyfall - gefühlvoll gesungen von Jemma Endersby - sorgte für wahre Begeisterung. Mit „La Vida loca“ stieg die Stimmung auf den Siedepunkt. „My Way“ mit einem tadellosen Trompetensolo beschloss den Abend auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr.

Bei dem Konzert wurden Spenden gesammelt, anstatt Eintrittgeld zu verlangen - ein voller Erfolg. Über 5 000 Euro kamen zusammen. Das Geld geht an die Jugendabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Plochingen und des Musikvereins Stadtkapelle Plochingen.

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