Zwischen Neckar und Alb

Ein Mann für besondere Eingriffe

Medizin Dr. Jörg-Martin Schmehl wird neuer Chefarzt für Radiologie an den Medius-Kliniken.

Elvira Benz von den Medius-Kliniken und Landrat Eininger hießen Dr. Jörg-Martin Schmehl willkommen.Foto: Uwe Gottwald
Elvira Benz von den Medius-Kliniken und Landrat Eininger hießen Dr. Jörg-Martin Schmehl willkommen.Foto: Uwe Gottwald

Nürtingen. Mit einer weiteren Chefarzt-Stelle für Radiologie rüsten sich die Medius-Kliniken auf diesem Fachgebiet für die Zukunft. Dafür wurde Dr. Jörg-Martin Schmehl in der Klinik auf dem Nürtinger Säer in sein Amt als Chefarzt für den Klinik-Verbund Nürtingen-Kirchheim eingesetzt.

Bisher war Professor Dr. Holger Greess von der Kreisklinik Ostfildern-Ruit in der Funktion als Chefarzt für Neurologie und Nuklearmedizin zuständig für alle drei Standorte. Mit den zunehmenden Leistungen will man die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen und habe deshalb personell aufgestockt, so Landrat Heinz Eininger, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken-GmbH. Den Grund für die steigende Patientenzahl sieht er in erster Linie in der hohen medizinischen Behandlungsqualität. Mit jetzt zwei Kliniken für Radiologie wolle man diese Qualität sichern und steigern.

Die Medius-Kliniken hätten in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es gelingen könne, hohe medizinische Qualität und Wirtschaftlichkeit zu verbinden, so der Landrat weiter. Die medizinische Versorgung müsse auch die demografische Entwicklung hin zu einer älter werdenden Bevölkerung im Blick haben Das zeige die zunehmende Zahl an Schlaganfallpatienten mit bundesweit rund 270 000 Betroffenen. Mit dem sogenannten Stroke-Unit verfüge die Klinik in Kirchheim über eine spezialisierte Abteilung zur schnellen Behandlung von Schlaganfällen, die nun durch das Expertenwissen von Dr. Schmehl gestärkt werden könne. Mit seinen speziellen Kenntnissen der interventionellen Radiologie eröffnen sich vor Ort neue Behandlungsmethoden. Dabei kann wie bei der Behandlung von Herzinfarkten ein Katheder bis hin zum betroffenen Blutgefäß geleitet und ein Gerinnsel beseitigt werden. Dr. Schmehl werde nun die Kliniken in Nürtingen und Kirchheim um dieses zukunftsträchtige Leistungsspektrum bereichern, freute sich Eininger.

Elvira Benz, stellvertretende Kliniken-Geschäftsführerin, stellte heraus, dass es speziell für die interventionelle Radiologie nun gelte, weiteres Fachpersonal zu gewinnen. Dafür werde Dr. Schmehl Aufbauarbeit leisten. Benz bezeichnete die Radiologie als wichtige Schlüsselabteilung. Die Schlaganfallabteilung könne im besonderen profitieren durch Dr. Schmehls besondere Kenntnisse in der Entfernung von größeren Thrombosen. Seither habe man diese Patienten in die Uni-Klinik Tübingen verlegen müssen. Dieser Zeitverlust, dem bei Schlaganfällen besondere Bedeutung zukommt, könne künftig entfallen. Auch dem Kathederlabor der Kardiologie in Kirchheim und dessen Herzpatienten komme die interventionelle Radiologie zugute, ergänzte Geschäftsführerin Benz.

Professor Dr. Andreas Funk, der stellvertretende ärztliche Direktor, hob die interdisziplinäre Bedeutung der Radiologie hervor. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, bekräftigte Funk.

Dr. Schmehl beließ es selbst nicht bei einer Rede, sondern führte gleich in Wort und Bild in sein Fachgebiet ein. Neben den interventionellen Möglichkeiten sei jedoch nach wie vor die Diagnostik ein wichtiges Feld, worin er die Kollegen der anderen Fachgebiete unterstützen wolle. Bei immer komplexeren Eingriffen sei eine fächerübergreifende Zusammenarbeit besonders wichtig. „Ich freue mich sehr, Teil dieses Teams zu werden“, schloss er seine Ausführungen.Uwe Gottwald

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