Zwischen Neckar und Alb

Folgen für Jugendliche mildern

Corona Vertreter der Kreistagsfraktion der Grünen beschäftigen sich mit Nöten von Kindern während der Pandemie.

Kreis. Umfragen haben gezeigt, dass die Bedürfnisse und Ängste von Kindern und Jugendlichen während der Hochphase der Corona-Pandemie nicht wahrgenommen wurden. Mit den Folgen beschäftigten sich die Kreistagsgrünen in einer Zusammenkunft mit Fachkräften aus dem Landkreis. Die Nöte der Unternehmen hätten Vorrang vor den Problemen der jungen Menschen ­gehabt, so eröffnete Christine Kenntner vom Kreisjugendreferat den Meinungsaustausch. „Während und nach der Akutphase der Coronakrise haben wir zwar nicht mehr, aber schwerer psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche bei uns im Klinikum gesehen“, so Dr. ­Gunter Joas, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie Esslingen. Die Aufenthaltszeiten verlängerten sich, und die Jugendpsychiatrie beobachte eine Zunahme von Angststörungen.

Martin Abel vom Sozialen Dienst berichtete von einem Anstieg der Hilfegesuche mit Kinderschutzaspekten zu den Sommerferien hin. Auch wenn es in der Jugendarbeit einen „Digitalisierungsschub“ gegeben habe, sei die Aufrechterhaltung der Kinder- und Jugendarbeit wichtig, da Kinder nicht auf die Schule reduziert werden könnten, sondern auch Räume bräuchten, in denen sie soziale Kontakte pflegen könnten, so Katrin Swoboda vom Kreisjugendring. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, ­Marianne ­Erdrich-Sommer, fasste den zentralen Punkt des Geprächs zusammen: „Für eine gute psychosoziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind Schul- und Kitabetrieb zentral. Eine erneute Schließung der Institutionen muss verhindert werden“, sagte Marianne Erdrich-Sommer. Außerdem muss es öffentliche Räume auch in der kalten Jahreszeit geben, damit soziale Kontakte nicht in Hinterzimmern und dunklen Ecken gelebt werden müssen. pm


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