Zwischen Neckar und Alb

„Häfnergebäude“ wird abgerissen

Stadtplanung Der Käufer bestätigt den Abbruch des Gebäudes des ehemaligen Elektrofachgeschäfts in der ­Wendlinger Innenstadt – stattdessen entsteht ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Von Gaby Kiedaisch

Der markante Baukörper an der Unterboihinger Straße stammt aus dem jahre 1972. Bald schon könnte er abgerissen werden. Foto: Hol
Der markante Baukörper an der Unterboihinger Straße stammt aus dem jahre 1972. Bald schon könnte er abgerissen werden. Foto: Jürgen Holzwarth

Noch hängt die alte Reklame mit den markanten Lettern „Häfner“. Seit das Elektrogeschäft in der Einkaufsstraße seine Türen für immer geschlossen hat, tat sich im Gebäude nichts mehr. Dies wird sich möglicherweise bald ändern. Wie der neue Eigentümer bestätigt, soll das Gebäude abgerissen werden. An dessen Stelle ist ein Mix aus Wohnen und Gewerbe geplant. Die Firma Brauneisen Immobilien aus Wendlingen hat das Gebäude nach eigenen Angaben vor gut einem Jahr vom ehemaligen Eigentümer gekauft.

Welche Summe dabei den Besitzer gewechselt hat, darüber schweigt sich Ingo Brauneisen aus. Das etwa 28 auf 28 Meter große Grundstück mit dem massiven Betonbau aus dem Anfang der 1970er-Jahre liegt in bester innerstädtischer Lage. Auf der Fläche besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan „Sanierung Unterboihinger- und Brückenstraße“ aus dem Jahr 2005. Noch hat der Bauträger und Investor keine Bauvoranfrage für das Vorhaben gestellt, bestätigt Ingo Brauneisen. Ob das Gebäude noch in diesem Frühjahr abgebrochen wird oder später, darauf will er sich im Gespräch nicht festlegen: „Das Gebäude soll noch in diesem Jahr abgerissen werden“, sagt er und weist auf den getrennt konstruierten Baukörper des restlichen Einkaufszentrums hin, womit der Abriss, zumindest für die Statik des angeschlossenen Gebäudes kein Problem darstellen dürfte.

Ingo Brauneisen hält sich noch bedeckt, was die künftige Nutzung angeht. Nur so viel gab er preis: In den oberen Stockwerken seien Wohnungen geplant, während für das Erdgeschoss wieder eine gewerbliche Nutzfläche vorgesehen ist. „Wir wollen mit dem Vorhaben dazu beitragen, den Einzelhandel in Wendlingen weiter zu stärken“, sagt er. Man stehe mit infrage kommenden Nutzern in Verhandlung, so Brauneisen.

Dass im neuen Gebäude wieder eine Gewerbeeinheit im EG hineinkommt, darauf besteht schon die Stadt Wendlingen. Wie Bürgermeister Weigel betonte, erhofft sich die Stadt von den neuen Nutzern, dass sie auch „für die umliegenden Geschäfte in der Unterboihinger Straße mehr Frequenz bringen“.

Mit Details wolle er aber erst an die Öffentlichkeit gehen, nachdem er den Planungsentwurf der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat vorgestellt habe, sagt Ingo Brauneisen weiter. „Wir haben einen hohen Anspruch an die Architektur. Diesmal planen wir von außen nach innen. Das Gebäude soll nachhaltig sein und langfristig funktionieren.“ Dabei spiele auch die technische Seite eine wesentliche Rolle. Ab etwa dem letzten Drittel dieses Jahres wolle man aber konkreter werden.

Entsprechend groß sind die Erwartungshaltungen an das Gebäude. Da ist Bürgermeister Steffen Weigel zuversichtlich: „Wir haben gute Erfahrungen mit dem Unternehmen gemacht, wenn es um qualitätsvolles Bauen geht.“ Die Firma Brauneisen hat bereits vor Jahren in der sogenannten „Grünen Mitte“, nur wenige Meter nördlich an der Ecke Unterboihinger-/Brücken- und Bismarckstraße, einen Wohn- und Geschäftshauskomplex gebaut.

Dennoch drängt der Bürgermeister darauf, dass das ehemalige Häfnergebäude schon bald abgebrochen wird, damit „der Leerstand so rasch wie möglich wegkommt“. Eine Abrissgenehmigung ist übrigens nicht notwendig. Der Abriss muss lediglich vorher der Baurechtsbehörde angezeigt werden. Schon heute könnte das Unternehmen den Bauantrag einreichen, sagte Weigel. Trotz aller Verschwiegenheit des Investors steht eines bereits fest: Laut Bauplan darf das Gebäude höher werden als das jetzige.

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