Zwischen Neckar und Alb

Lechler-Stiftung zeichnet Esslinger Hospiz aus

Würdigung 40 000 Euro Preisgeld erhält die Einrichtung für ihr Projekt „Letzte Fragen – Esslingen im Dialog“.

Symbolbild

Esslingen. Das Hospiz Esslingen der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde ist mit dem Paul-Lechler-Preis 2018 ausgezeichnet worden. Die Lechler-Stiftung würdigt damit das Projekt „Letzte Fragen - Esslingen im Dialog“, das den Aufbau einer sogenannten „Sorgekultur“ in der Stadt zum Ziel hat. Sozialminister Manfred Lucha und Professor Walter Herwarth Lechler, der Vorsitzende des Stiftungsrates und Urenkel Paul Lechlers, übergaben den Preis.

Ins Leben gerufen wurde die Lechler-Stiftung 1875 von Paul Lechler. Der Großkaufmann, Fabrikant und Sozialreformer wollte bewusst soziale Verantwortung übernehmen. Er legte fest, dass zehn Prozent des „Geschäftsnutzens“ an Arme und Bedürftige gegeben werden sollten und verpflichtete auch seine Nachkommen darauf, diesen „biblischen Zehnten“ aus dem Ertrag der Firmen dafür einzusetzen.

Projekt soll weitergehen

Die Lechler-Stiftung gehört seit Jahren zu den großen Förderern des Esslinger Hospizes. Insgesamt 165 000 Euro hat die Stiftung bisher an das Hospiz gegeben. Hinzu kommt jetzt das Preisgeld vom Lechler-Preis 2018. Das Hospiz erhält 40 000 Euro. Das Geld soll unter anderem für die Weiterführung des Projektes „Letzte Fragen“ eingesetzt werden.

Ziel des Projektes ist es, die gesamte Gesellschaft in die Verantwortung für ein gutes Leben und Sterben einzubeziehen. Dazu werden in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen sogenannte „Sorge-Gespräche“ geführt, um Erfahrungen, Erwartungen und Wünsche zu sammeln. Aus den Sorge-Geschichten werden philosophische Schlüsselfragen herausgefiltert: Was hält eine Freundschaft aus und zusammen? Wie bewahrt und behütet man Verbundenheit und Vertrauen? Was heißt es, Initiative und Verantwortung zu übernehmen?

Ausschlaggebend für die Förderung und Auszeichnung sei ein bestimmter Grund gewesen: Das Projekt wirke in die Bevölkerung hinein. „Bewusstseinsbildung ist uns sehr wichtig“, sagte Dieter Hauswirth, Vorsitzender der Lechler-Stiftung, bei der Übergabe des Preises.

Dr. Andreas Heller, Professor an der Karl-Franzens-Universität Graz, sprach in seinem Vortrag zum Thema „Sorgekultur für Menschen am Lebensende“ auch die Frage an, wie Sorge getragen werden kann für Schwache und Ausgegrenzte. Sein Fazit: Die Hospizbewegung leistet über alle Aus- und Abgrenzungen hinaus Friedensarbeit in der Gesellschaft und bedingungslose Sorge für alle, die sie brauchen und wollen.

Sozialminister Manfred Lucha berichtete, dass der Doppelhaushalt des Landes die finanzielle Förderung der Hospiz- und Palliativversorgung im Land vervierfacht.

Das Hospiz teilt sich den Preis mit der Ökumenischen Hospizinitiative im Kreis Ludwigsburg, die 10 000 Euro für ein Projekt der Hospizarbeit für Menschen mit geistiger Behinderung erhielt.pm

1 Weitere Informationen zur Lechler-Stiftung gibt es auf www.lechler-stiftung.de. Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, klickt sich durch die Webseite www.hospiz-esslingen.de

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