Zwischen Neckar und Alb

Neuer Glanz für das Heim-Areal

Drei Kirchheimer Architekten stellen in Nürtingen ihre Pläne vor

Das Heim-Areal entlang der ­Neckarsteige in Nürtingen soll saniert und neu gestaltet werden. Von den Mitgliedern des Gestaltungsbeirats gab es viel Lob für den Entwurf dreier Kirchheimer Architekten.

Nürtingen. Auf Begeisterung stieß bei den drei Fachleuten der Entwurf für die Sanierung des Heim-Areals in der Nürtinger Neckarsteige. „Die einzige Anregung, die ich noch geben kann ist: bringen Sie’s zu Ende“, sagte Stadtplaner Franz Pesch den drei Architekten Florian van het Hekke, Jens Rössler und David Brodbeck und dem Investor Jörg Baldenhofer. Das Team aus Kirchheim plant, sich dem Urzustand der drei Gebäude wieder anzunähern. So sollen die ursprünglichen Baumaterialien wie Sandstein und Holz besser zur Geltung kommen. Angedacht ist, das Sichtfachwerk des mittleren Hauses freizulegen und die Gebäude mit Fensterläden zu versehen.

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Im Inneren sollen die Räume großzügiger gestaltet und die Aufteilungen vereinfacht werden. Im Erdgeschoss kann sich der Bauherr eine Kaffeerösterei und eine Eisdiele oder einen Bäcker vorstellen. Der Laden im hintersten Gebäude soll erhalten bleiben. Allerdings soll die Fassade des Eckhauses an die historische Bauform angepasst werden. In den Obergeschossen sind acht Wohnungen geplant. „Alle Veränderungen wurden gemeinsam mit dem Denkmalamt erarbeitet“, sagte Florian van het Hekke, der zunächst historische Zeichnungen und Pläne präsentierte – auch um die Bedeutung des Areals als Stadtportal zu verdeutlichen.

Ein Gutachten hatte ergeben, dass das Gebäude Mühlstraße 2 etwa hundert Jahre älter ist als ursprünglich angenommen. Das untersuchte Holz stamme aus dem Jahr 1585. Noch älter sei die Bruchsteinmauer der nördlichen Giebelwand, sie stamme sogar aus dem Spätmittelalter.

Beim Aufmaß der Gebäude – Baupläne gibt es nicht – hätten die Planer allerlei Historisches zutage gefördert, Fachwerk-Elemente und ein erhaltener barocker Teil eines Raums, der hinter einer Trockenbauwand versteckt lag. „In dem Raum hat uns ein Meter gefehlt, also haben wir hinter der Wand nachgeschaut“, so Baldhofer. Genau diese Details machen den Charme der Gebäude aus.

Das sah auch der Gestaltungsbeirat so: „Da haben Sie tolle Architektur“, lobte Pesch. Einzig die geplanten Spitzböden unter dem Dach kritisierte Architekt Peter W. Schmidt. Er plädierte für höhere Decken: „Man darf bei einem auch mal die Dachkonstruktion sehen“. Ingrid Schegk fand den Entwurf der drei jungen Architekten ebenfalls überzeugend: Es entstehe ein attraktiver Stadteingang, der zeige, was sich in Nürtingens Altstadt so alles versteckt. Noch vor der Sommerpause plant Baldhofer sein Baugesuch einzureichen, im Idealfall könne das Projekt 2017 abgeschlossen werden.