Zwischen Neckar und Alb

Rolle rückwärts

Strukturreform: Bis 2004 gab es in Baden-Württemberg ein selbstständiges Landesdenkmalamt. Dann zerschlug der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel die Behörde und ordnete die Aufgaben den vier Regierungspräsidien zu. Das Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen „war danach nur noch ein Rumpfamt für allgemeine Dinge“, erklärt Professor Claus Wolf, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege. So haben seither in Esslingen zwar Restaurierungswerkstätten und Labore ihr Domizil. „Aber alle operativen Angelegenheiten und Entscheidungen lagen in den Händen der jeweiligen Regierungspräsidien“, erläutert er. Unter der Ägide von Esslingens heutigem Finanzbürgermeister Ingo Rust, der als Staatssekretär unter anderem für die Denkmalpflege im Land zuständig war – wurde diese reorganisiert. „Wir haben jetzt praktisch eine Rolle rückwärts gemacht“, erklärt Wolf. Seit Ende 2014 ist die gesamte Denkmalpflege wieder in Esslingen vereint. „Das macht unsere Arbeit einfacher und deutlich effektiver.“ Veranlasserprinzip: Will ein Investor auf dem Gelände eines archäologischen Denkmals einen Supermarkt, ein Mehrfamilienhaus oder ein Fabrikgebäude bauen, gilt nun auch in Baden-Württemberg das Veranlasserprinzip. „Der Investor trägt im Rahmen des Zumutbaren die Kosten für Freilegung, Bergung und Konservierung“, erklärt Claus Wolf. Verschont bleiben private Häuslebauer. „Wenn Familie XY ein Haus baut und auf dem Grundstück Reste einer römischen Siedlung gefunden werden, dann zahlt das Land.“ez

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