Zwischen Neckar und Alb

Selbst gepresst schmeckt‘s am besten

Freilichtmuseum Zum 21. „Moschtfescht“ in Beuren kommen die Besucher in Scharen. Die Kinder probieren alles aus: Most pressen, Seile kurbeln und Kraut hobeln sind der Hit. Von Thomas Krytzner

Keiner zu klein, ein Seiler zu sein: Beim Mostfest können Kinder an vielen Stationen selbst ausprobieren. Foto: Thomas Krytzner
Keiner zu klein, ein Seiler zu sein: Beim Mostfest können Kinder an vielen Stationen selbst ausprobieren. Foto: Thomas Krytzner

Nebel umhüllt die Schwäbische Alb, der Herbst ist da. Im Freilichtmuseum herrscht emsiges Treiben, denn: Das Moschtfescht steigt. Bereits am Vormittag kommen unzählige Familien, Reisegruppen und Mostliebhaber nach Beuren, um bei der Apfelparty dabeizusein. Die Organisatoren haben sich erneut ein unterhaltsames Programm ausgedacht und laden die Besucher zum Mitmachen ein.

Gleich beim Eingang des Museums besteht die Möglichkeit, Obst zu verkosten. Daneben gibt es Kehrwochen-Anschauungsunterricht: Besen und Bürsten stehen zur Besichtigung bereit, und der Duft von eingekochtem Apfelmus steigt einem in die Nase. Die Kinder zieht es zur Beurener Scheuer. Dort können sie mittels Kurbel ihr eigenes Seil drehen und müssen feststellen, dass das nur mit großer Anstrengung geht. Aus dem Backhaus steigt Rauch auf. Am Moschtfescht gibt es aber kein frisch gebackenes Brot, sondern gedörrte Früchte – vor allem Apfelringe. Gleich daneben ist wieder „Action“ angesagt. Da stellen sich Mama und Tochter schon mal an die Bank und beginnen, Äpfel zu zerkleinern, und bei der großen Obstpresse und Obstmühle beweisen vor allem Jungs ihre Kraft.

Damit bei der Mostpresse unten der begehrte Apfelsaft rausläuft, müssen die Kinder die Kurbel nach unten drehen. Der frisch gepresste Saft ist erfrischende Entlohnung nach der Anstrengung.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Obstmühle: Mit großen Eimern können aus einem Trog Obstreste in die Mühle gehievt werden. Bei der Streuobstwiese gibt es einen Schälwettbewerb, und die „Bag-in-Box“-Maschine wartet ratternd auf Befüllung. Den Kindern gefällt es, die Äpfel aufs Förderband zu werfen. Der mobile Apfelsaftautomat macht den Rest, und hinten wird der Saft direkt abgefüllt.

Beim Spaziergang zum Albdorf treffen die Besucher auf einen Dengler aus Neidlingen. Er steht da mit seiner Apparatur und dengelt ein Sensenblatt. Die Tiere des Freilichtmuseums begleiten die Besucher mit Gegacker, Geschnatter und Gemecker. Dort angekommen, ist der Krauthobelstand begehrt. Unter Anleitung dürfen Kinder selber die großen Krautköpfe in die Hand nehmen. Es sind immer wieder Anfeuerungsrufe von Mama oder Papa zu hören. Überall können die Mostliebhaber Säfte mit und ohne Alkohol probieren oder ein Stück Mostkäse aus dem Biosphärengebiet kosten.

Beim Bienenwagen erhalten Interessierte Einblick in das Imkerleben und Erklärungen, warum Bienen für den Menschen lebenswichtig sind. Auf dem Rundgang durch das Museumsdorf lernen die Mostliebhaber auch Erntehelfer und die Apfelauflesemaschine kennen. Eine französische Reisegruppe ist gerade dabei, frischen Saft zu kosten. Sie prosten sich zu und vertreten die eindeutige Meinung: „Le Moscht de Beuren est super!“

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