Zwischen Neckar und Alb

Sprachrohr für die, die keine Stimme haben

Wahl Die Liga der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis hat einen neuen Vorstand.

Die neue Liga-Vorsitzende Brigitte Chyle, Peter Lohse und Eberhard Haußmann (von links)Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger
Die neue Liga-Vorsitzende Brigitte Chyle, Peter Lohse und Eberhard Haußmann (von links)Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

Esslingen. Brigitte Chyle ist neue Vorsitzende der Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Esslingen. Ihr Stellvertreter ist Peter Lohse. Die Liga ist der Zusammenschluss der fünf Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt, Caritas Fils-Neckar-Alb, Diakonie, Der Paritätische und Deutsches Rotes Kreuz im Landkreis Esslingen.

Brigitte Chyle übernimmt den Vorsitz von Eberhard Haußmann, der sieben Jahre diese Funktion innehatte. In dieser Zeit habe sich die Liga aus einer kleinen Runde zu einem strukturiert arbeitenden Gremium mit fünf Fachausschüssen entwickelt, sagt Haußmann.

Die Liga bringt ihr Expertenwissen in Gremien wie den Kreistag ein und sei Anwalt für Menschen, die sonst keine Stimme haben, sagt Brigitte Chyle.

Mietobergrenzen, bezahlbarer Wohnraum oder Fragen der Jugend- oder Flüchtlingshilfe - zahlreiche Themen sind es, die die Liga beschäftigen. Der Landkreis habe viele soziale Angebote. Dazu tragen laut Chyle auch die freien Träger bei, etwa Schuldnerberatung oder psychologische Beratung. Für Chyle ist es wichtig, „die verschiedenen Felder der Hilfsangebote in der Liga an einem Tisch zu haben“.

„Es war Zeit für einen Wechsel“, sagt Haußmann, der weiterhin Mitglied im fünfköpfigen Vorstand bleibt. Die Arbeit habe viel Freude gemacht, es sei aber oft auch anstrengend gewesen, „Sprachrohr zu sein für Themen, die man nicht so gerne hört“. Andererseits brächten die freien Träger der Liga jährlich zwei bis drei Millionen Euro für Angebote im Landkreis auf, die es sonst nicht gäbe. „Zudem können die freien Träger flexibler handeln und auch Dinge erproben, bevor sie als Regelangebot eingeführt würden. Haußmann betont das gute Verhältnis zur Landkreisverwaltung. Umso mehr bedauert es die Liga, dass sie künftig nicht mehr stimmberechtigtes Mitglied im Jugendhilfeausschuss und im Sozialausschuss des Kreistags sein wird. Lediglich im Jugendhilfeausschuss wird sie noch als beratendes Mitglied gehört. „Es verwundert uns, dass ein Instrument, das gut funktioniert hat und wo Beteiligung stattfand, ohne erkennbare Not ausgehebelt wird“.

Chyle hofft „auf neue Wege, wie wir die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Landkreis stärken und neue Möglichkeiten der Beteiligung finden.“ Dazu gehöre, stärker mit den Kreistagsfraktionen ins Gespräch zu kommen. urh

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