Zwischen Neckar und Alb

Stadträte sehen S-Bahn-Ringschluss gefährdet

Wendlinger Gemeinderat kritisiert eingleisige Verlängerung der Strecke auf den Fildern

Die Ankündigung, die Verlängerung der S-Bahn auf den Fildern teilweise nur eingleisig, statt wie geplant zweigleisig zu bauen, hat für erheblichen Unmut im Wendlinger Gemeinderat gesorgt.

Wendlingen. Man verbaue sich dadurch die Chance auf eine effiziente und dringend notwendige Weiterführung der S-Bahn ins Neckartal. Daher wolle man alle Hebel in Bewegung setzen, um dies zu verhindern.

Die Verlängerung der S-Bahn auf den Fildern von Bernhausen nach Neuhausen stand eigentlich gar nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung. Doch die Ankündigung von Volker Christiani, Chefplaner der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB), die Teilstrecke zwischen Sielmingen und Neuhausen statt zweigleisig nur eingleisig zu bauen, hat CDU-Stadtrat Peter Wittemann zu einer Resolution veranlasst. Dieses Papier haben seine Ratskollegen einmütig gebilligt.

Die Wendlinger fühlen sich durch diese Pläne erheblich eingeschränkt. Nach den Worten von Bürgermeister Steffen Weigel ist eine Weiterführung über Wendlingen und Plochingen bis nach Esslingen, der sogenannte Ringschluss der S-Bahn ins Neckartal, dringend erforderlich. Lange Staus auf der Autobahn A 8 sowie auf den Bundesstraßen sprächen Bände, sagte der Verwaltungschef. Vom geplanten achtspurigen Ausbau der A 8 erwartet Weigel keine nennenswerte Entlastung. Darüber hinaus seien die S-Bahnen in Richtung Stuttgart zu den Stoßzeiten übervoll.

Um eine wesentliche Reduzierung des Straßenverkehrs zu erreichen und um den Betrieb der S-Bahn wirtschaftlich zu gestalten, sollte diese im 15-Minuten-Takt fahren können. Durch die teilweise eingleisige Streckenführung auf den Fildern ist dies nach Einschätzung von Peter Wittemann aber nicht mehr möglich. „Damit wird die Zukunft verbaut“, sagte nicht nur der CDU-Stadtrat. Daher fordert nun die Stadt Wendlingen die Entscheidungsträger, insbesondere den Verband Region Stuttgart, auf, die „Zweigleisigkeit der Trasse Bernhausen-Neuhausen sicherzustellen und einen leistungsfähigen Ringschluss der S-Bahn ins Neckartal nicht durch kurzsichtige Einsparungen zu gefährden“.

125 Millionen Euro soll die Verlängerung auf den Fildern nach derzeitigem Stand kosten. Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart wird wohl in seiner Sitzung am Mittwoch, 24. Juni, über die Pläne diskutieren und beschließen.

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