Zwischen Neckar und Alb

Vier Männer kämpfen um den OB-SesselKandidaten stellen sich vor

Wahl Die Bewerbungsfrist für die Wahl am 5. Mai ist abgelaufen: Matthias Ruckh, Dr. Johannes Fridrich, Jochen Wahler und Martin Böhm wollen Chef im Nürtinger Rathaus werden. Von Anneliese Lieb

Es bleibt bei vier Kandidaten: Als am Dienstagabend im Nürtinger Rathaus um 18 Uhr der Briefkasten nochmals geleert wurde, war keine weitere Bewerbung für das Amt des Oberbürgermeisters enthalten. Damit haben die Nürtinger am Sonntag, 5. Mai, die Wahl zwischen Matthias Ruckh, Dr. Johannes Fridrich, Jochen Wahler und Martin Böhm.

Die vier Bewerber haben ein ganz unterschiedliches Profil und sind alle parteilos. Auf dem Stimmzettel ganz oben stehen wird der Name von Matthias Ruckh. Der Bürgermeister von Wolfschlugen hat unmittelbar nach Beginn der Bewerbungsfrist sein Interesse bekundet. Ruckh ist in der zweiten Wahlperiode Bürgermeister und war zuvor Ortsvorsteher in Raidwangen und Reudern. Er kommt aus der Praxis, bringt als Diplom-Verwaltungswirt Erfahrung mit und weiß, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und Strukturen zu erkennen. Nach neun Jahren in Wolfschlugen möchte Matthias Ruckh jetzt in seiner Heimatstadt Nürtingen gerne als Oberbürgermeister zusammen mit dem Gemeinderat und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung Nürtingen wieder besser positionieren und voranbringen.

OB-Kandidat Dr. Johannes Fridrich setzt auf einen Neuanfang und möchte dafür sorgen, dass in Nürtingen künftig alle an einem Strang ziehen. Der 41-jährige Jurist ist Richter am Landgericht Stuttgart und möchte als „Kümmerer und Schaffer“ gemeinsam mit den Nürtinger Bürgern die Zukunft der Stadt gestalten. Mit Optimismus, Energie und den Erfahrungen aus seiner langjährigen Richtertätigkeit möchte er Brücken bauen, damit sich alle auf die künftigen Herausforderungen in Nürtingen konzentrieren können.

Der dritte Bewerber kommt aus Oberensingen: Jochen Wahler ist in Nürtingen im Entbindungsheim am Galgenberg geboren, ging ans Max-Planck-Gymnasium und hat nach dem Wehrdienst entschieden, sich hauptberuflich in den Dienst der Bundeswehr zu stellen. Dort ist er inzwischen Hauptmann. Jochen Wahler hat bei der Bundeswehr die Fachhochschulreife nachgeholt und ist jetzt staatlich geprüfter Betriebswirt. „Ich bin seit über 30 Jahren bei der Bundeswehr in unterschiedlichen Verwaltungs- und Führungsverwendungen bundesweit eingesetzt“, sagt Wahler. Gute Voraussetzungen für das Amt des Oberbürgermeisters, so die Auffassung des 51-Jährigen. Aktuell ist er bis 30. April beim Landeskommando Baden-Württemberg in Bad Cannstatt als Dienststellenleiter, Abteilungsleiter Personal, Datenschutzbeauftragter und Beauftragter für Inklusion.

Der vierte Kandidat, der erst vergangene Woche auf das Karussell aufgesprungen ist, kommt ebenfalls aus Nürtingen. Martin Böhm ist 48 Jahre alt, hat einen Sohn und ist von Beruf Zimmermeister. Die Beweggründe für seine Bewerbung sind nach eigenen Angaben die ausbaufähige Infrastruktur und die Herausforderung, den Charme der Stadt zu bewahren, und das bei gleichzeitiger Weiterentwicklung. Seinen Schwerpunkt im Wahlkampf setzt Böhm auf das Thema Verkehr. In Nürtingen und den Teilorten sei der verkehrstechnische Stillstand leibhaftig zu spüren. Der Zimmermeister, der 2008 den Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen erhalten hat, verweist auf die Verkehrsknotenfunktion, die Nürtingen für seine Umgebung erfüllen müsse. „Nur durch eine deutliche Verkehrsentlastung kann die Perle am Neckar wieder zu ihrem Glanz zurückfinden“, so Martin Böhm.

Beim Kandidaten-Check am morgigen Freitag, 12. April, im großen Saal der Nürtinger Stadthalle „K3N“ werden die Kandidaten ab 19 Uhr mit aktuellen Nürtinger Themen konfrontiert und befragt.

Ein lebendiger Austausch wird angestrebt, bei dem die Besucher selbst die Gelegenheit haben, Fragen an die Oberbürgermeisterkandidaten zu stellen, die dann um die Gunst der wahlberechtigten Nürtinger werben.al

Anzeige