Zwischen Neckar und Alb

Werksfeuerwehr und Online-Kaufleute

Berufe In den Berufsschulen im Kreis Esslingen könnte es bald zwei neue Ausbildungsgänge geben.

Symbolbild

Esslingen. Das Spektrum der Berufsschulen des Landkreises Esslingen soll um zwei Ausbildungsgänge erweitert werden. Klar ist bereits der Ausbildungsgang Werksfeuerwehrmann oder -frau. Für die Spezialisierung im kaufmännischen Bereich in Richtung „Kaufmann oder -frau für E-Commerce“ kommt es noch auf das weitere Interesse an.

Im Kultur- und Schulausschuss des Kreistags begrüßten die Mitglieder das Bemühen um die neuen Ausbildungsgänge. Die dreijährige duale Ausbildung für Werksfeuerwehren erfolgte bisher in Kooperation zwischen Baden-Württemberg und Bayern an der Staatlichen Berufsschule Freising. Aus Kapazitätsgründen könne die bayerische Bildungseinrichtung das nicht mehr leisten. Deshalb möchte das Land Baden-Württemberg dafür eine Landesfachklasse einrichten. Die Friedrich-Ebert-Schule in Esslingen bewarb sich frühzeitig und soll nun auch zum Zuge kommen.

Die Schule biete beste Voraussetzungen, hieß es im Kreistagsausschuss. Der Ausbildungsgang habe starke Bezüge zu den bisherigen Bildungsangeboten der Schule. Eine Projektgruppe mit Vertretern der Schule und Ausbildungspartnern wie die Werksfeuerwehren des Flughafens Stuttgart, der Firma Bosch und die Landesfeuerwehrschule Bruchsal hat die Vorarbeiten geleistet. „Weitere Partner wie zum Beispiel die Werksfeuerwehren der Daimler AG sowie der Audi AG haben bereits Interesse signalisiert“, berichtete Landrat Heinz Eininger. Auch die Berufsfeuerwehren befürworten den neuen Ausbildungsgang.

Zu Beginn des kommenden Schuljahrs startet die Ausbildung mit einer Klasse im Blockunterricht, kündigte Schulleiter Erhard Hofmeister an. Man habe das Glück, unter den Lehrkräften zwei Ingenieure und aktive Feuerwehrleute zu haben. Eine weitere Stelle sei bewilligt, doch Hofmeister räumte ein, dass die Suche nach einer Lehrkraft mit einem Ingenieur- oder Architekturstudium und einer Feuerwehrausbildung schwieriger als erwartet sei. An Schülern werde es nicht mangeln, das Interesse sei sehr groß.

Berufsbild auf Bewährung

Das muss sich für den Ausbildungsgang E-Commerce erst noch verfestigen. Seit Beginn des Schuljahrs wird dieser Beruf an der John-F.-Kennedy-Schule in Esslingen bereits im Rahmen eines Schulversuchs in gemeinsamen Fachklassen mit Kaufleuten für Groß- und Außenhandel angeboten. Das neue Berufsbild knüpft an die kaufmännischen Ausbildungsberufe an und macht ein besonderes Angebot für den Online-Handel. Im Kreis Esslingen wurden innovative Unternehmen ausgemacht, die im digitalen Handel bereits führend tätig sind. Die Betriebe zeigten sich jedoch bisher gegenüber dem neuen Ausbildungsberuf noch sehr zurückhaltend, erläuterte Schulleiterin Katharina Melke-Lingnau im Ausschuss.

Um bereits im kommenden Schuljahr mit dem Ausbildungsgang beginnen zu können, sei man auf das Regierungspräsidium zugegangen. Im Rahmen der regionalen Schulentwicklungsplanung seien jedoch mögliche andere interessierte Schulen zu beteiligen. So gebe es für die Johann-von-Cotta-Schule in Stuttgart eine höhere Schülerzahl als für die John-F.-Kennedy-Schule. Deshalb sei es denkbar, dass die Stuttgarter Schule in einem ersten Schritt die Zustimmung bekomme.

Allerdings biete die Esslinger Schule beste Voraussetzungen, vor allem auch mit ihrem digitalen Büro. Außerdem signalisierten einige Ausbildungsbetriebe im Landkreis Bedarf, besonders auch aus dem Verlagswesen. So bestünden gute Aussichten, dass perspektivisch das Angebot auch in Esslingen dauerhaft eingerichtet werden könne, was wiederum die Nachfrage stetig steigere. Uwe Gottwald

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