Zwischen Neckar und Alb

Wernauer Messer-Prozess zieht sich hin

Justiz Weil zwei Zeugen nicht vor Gericht erschienen sind, verschiebt sich das Urteil.

Foto: Symbolbild

Wernau. Eigentlich war vorgesehen gewesen, dass das Urteil im Fall der Wernauer Messerstecherei kommende Woche fällt. Doch diesen Termin werden die Richter der Schwurgerichtskammer am Stuttgarter Landgericht nicht halten können: Zwei Zeugen in diesem aufwendigen Verfahren sind am gestrigen Prozesstag nicht erschienen. Noch einmal ging es darum, festzustellen, wer zu welchem Zeitpunkt die erste Eisenstange benutzt hatte und wer ein Messer bei sich trug.

In dem Prozess sind zwei 33 und 52 Jahre alte Männer wegen gemeinschaftlichen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Vor einem Wernauer Bistro war es im Juni vergangenen Jahres zu einer Messerstecherei gekommen, bei der eine Frau und deren Sohn schwer verletzt wurden (wir berichteten). Die Staatsanwaltschaft Stuttgart geht in der Anklage davon aus, dass es bei dem Streit um die Reinigung der Bistro-Küche ging. Zahlreiche Zeugen sind dazu bereits vom Gericht vernommen worden. Die beiden Angeklagten - der Ältere von ihnen ist der Betreiber des Bistros - hatten angegeben, sie seien zuerst angegriffen worden.

Ein Mann aus Wernau hatte die Schlägerei der Beteiligten an jenem 25. Juni von seiner gegenüberliegenden Wohnung aus mitbekommen. Dies hatte er offenbar auch bei einer polizeilichen Vernehmung so angegeben. Demnach will er den älteren Angeklagten beobachtet haben, wie dieser mit wütendem Gesichtsausdruck eine Eisenstange in der Hand hielt, als er aus dem Bistro auf die Straße kam. Damit, so der Zeuge, habe er jemanden auf den Kopf geschlagen. Ein anderer Mann habe dem Schläger das Schlaginstrument dann abgenommen und weggeworfen, erinnerte er sich.

Andere Zeugen hatten ausgesagt, dass die Eisenstange nach dem Einsatz stark verbogen gewesen sei. Außerdem habe auch der Angeklagte bei der Aktion Verletzungen am Auge und an der Hand erlitten.

Der Beschuldigte selbst hatte bereits am ersten Prozesstag ausgesagt, dass er in eine Notwehrlage geraten sei. Er sei nämlich zuerst geohrfeigt und dann geschlagen worden.

Die beiden Zeugen, die gestern ihrer Ladung nicht gefolgt waren, sollen nun für einen März-Termin neu geladen werden. Das teilte die Gerichtsvorsitzende am gestrigen Donnerstag mit. Wann die Beweisaufnahme abgeschlossen ist und ein Urteil verkündet wird, steht noch nicht fest. Bernd Winckler

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