Knights verlieren Heimspiel gegen Jena
Schon wieder über 90

Willkommen im Mittelmaß: Nach der gestrigen 84:94 (47:45)-Heimniederlage gegen das bisherige Zweitligaschlusslicht Jena sind die Kirchheim Knights auf Platz zehn der Tabelle abgerutscht. Knackpunkt war einmal mehr die Defensive: Im sechsten von sieben Saisonspielen kassierten die Kirchheimer über 90 Punkte – zu viel, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Kirchheim. Es brauen sich dunkle Wolken über den Kirchheim Knights zusammen. Das dritte Spiel in Folge verloren die Mannen von Coach Frenkie Ignjatovic. Besonders bitter: Wieder kassierten die Knights mehr als 90 Punkte. „Ich bin heute nicht einverstanden mit der Leistung unserer Leistungsträger. Vor allem in der Defensive“, sprach Ignjatovic das derzeitige Problem der Ritter an. „Zu Beginn der Saison hatte ich die Sorge, dass unsere großen Leute unter den Körben Schwierigkeiten haben würden. Doch diese stehen richtig gut. Bei den kleineren Positionen sehe ich Probleme. Wir werden daran arbeiten, aber die Zeit ist sehr knapp um entscheidende Impulse zu setzen“ so der enttäuschter Trainer.

Besonders entscheidend war die Schlussphase der Partie. Fünf Minuten vor dem Ende des Spiels, bei ausgeglichenem Punkteverhältnis, wurde der Jenaer Barker gefoult. Die Schiedsrichter entschieden auf unsportliches Foul. Im Anschluss daran erhielten Cooper Land und Trainer Ignjatovic jeweils ein technisches Foul. Hallensprecher Daniel Zirn wurde aufgrund von Protesten des Feldes verwiesen. Barker verwandelte alle sechs Freiwürfe sicher. Den anschließenden Ballbesitz nutzen die Gäste ebenfalls und erhöhten den Vorsprung nochmals. Die Knights schienen für kurze Zeit geschockt. Dies nutzte Jena zu weiteren Punkten. Trainer Ignjatovic nahm eine Auszeit, um den Run der Gäste zu stoppen. Die Knights versuchten alles und erhöhten den Druck in der Defensive. Dies zeigte Wirkung und die Knights erkämpften sich einige Bälle, jedoch fehlte in der Offensive das entscheidende Wurfglück, um ein Wunder zu schaffen.

Bereits zu Beginn der Partie war zu erkennen, dass die derzeitige Tabellensituation der Gäste, die als Tabellenletzter nach Kirchheim gekommen waren, nicht deren wahrem Potenzial entspricht. Keines der beiden Teams konnte sich entscheidend absetzen. Verstärkt durch den unter der Woche verpflichteten Neuzugang und Ex-Kirchheimer Kevin Wysocki, gingen die Gäste voller Tatendrang zu Werke und ließen sich auch nicht vom heimischen Publikum irritieren. Angefeuert von vielen Knights-Fans, war es vor allem Cooper Land, der eine engagierte Energieleistung zeigte und die Ritter mit zwölf Punkten in Halbzeit eins im Spiel hielt. Viele einfache Fehler im Abschluss verhinderten jedoch, dass die Kirchheimer deutlicher in Führung gingen. So blieb es beim knappen Halbzeitergebnis von 47:45.

In Hälfte zwei setzte Marcus Smallwood mit einem krachenden Dunking und anschließendem Block ein Zeichen. Doch auch dies schien nicht lange auf die Ritter zu wirken und es schlichen sich wieder Fehler um Fehler ein, die am Ende das Spiel kosten sollten. Beide Trainer wiesen in der abschließenden Pressekonferenz auf die Ausgeglichenheit der Liga hin. Bis auf Göttingen und Karlsruhe scheinen viele Teams auf ähnlichem Niveau zu agieren.

Bereits am morgigen Sonntag treten die Knights, die nach der gestrigen Niederlage auf Platz zehn abgerutscht sind, beim schweren Auswärtsspiel in Essen an. Wenig Zeit um verloren gegangenes Selbstvertrauen zurückzugewinnen. „Die Mannschaft hat bis zum Schluss gekämpft. Es gab auch durchaus positive Ansätze“ richtete Trainer Ignjatovic den Blick nach vorne. Jedoch warnte er auch vor den Essenern, die ihrerseits gegen das Team aus Cuxhaven gewannen und auf Platz nein, punktgleich mit den Knights liegen. Besonders warnen wird der Trainer sein Team vor Essens Topscorer Logan Stutz. Mit 20,7 Punkten pro Spiel führt der US-Amerikaner sein Team an und liegt ligaweit auf Platz drei der besten Punktesammler. Die Ritter werden in Essen von einigen Fans unterstützt, die sich wieder mit einem Fanbus auf den Weg machen, um die Ritter zu unterstützen – ein überaus wichtiges Spiel, hofft man doch in Kirchheim auf eine schnelle Kehrtwende.cs