Frickenhausen. Den Lohn für erbrachte Mühe zu ernten, wird in dieser Saison immer mehr zum Kirchheimer Stimmungskiller. Zum wiederholten Male haben die VfL-Fußballer einem Gegner lange Zeit Paroli geboten und den Nachweis ihrer Verbandsligatauglichkeit durch über Strecken gutes taktisches und spielerisches Auftreten erbracht, ohne am Ende etwas Zählbares auf dem Konto zu haben.
Knackpunkt im Lokalderby in Frickenhausen, das die stolze Besucherzahl von 650 verbuchen konnte, waren die ersten rund 15 Minuten nach der Pause. Dem gastgebenden FCF bis dahin einen Fight auf Augenhöhe bietend, leisteten sich die Kirchheimer in dieser Phase zu viele Unkonzentriertheiten, die der FCF dankend und eiskalt ausnutzte, um 2:0 in Führung zu gehen. Entscheidender Mann dabei war ausgerechnet Ex-VfL-Mittelfeldrenner Coskun Isci, der den ersten Treffer selbst erzielte und den zweiten durch Michael Renner per Doppelpass mit einleitete.
Zuvor war Kirchheim in einem abwechslungsreichen Spiel die Mannschaft mit den besseren Chancen. Doch weder ein Schuss von Marcel Helber, der an den Außenpfosten klatschte (11.), noch ein Versuch des frei vor dem FCF-Tor stehenden Roberto Forzano (36.) brachten die Kirchheimer Führung. Auf der anderen Seite fehlten dem FCF in der ersten Halbzeit auf dem eng bemessenen Kunstrasen (noch) die spielerischen Mittel, um die von Sören Mende und Michael Hofstetter massiv organisierte Kirchheimer Abwehr zu durchbrechen. Stattdessen setzte der Aufsteiger in dieser Phase auf Fernschüsse, die jedoch allesamt keine Gefahr für das Gehäuse von VfL-Keeper Doll darstellten.
Anders das FCF-Auftreten nach der Pause, aus der die Gastgeber wie entfesselt kamen und ihre nun zunehmende spielerische Überlegenheit auch in Tore ummünzten. Doch der VfL gab tapfer kämpfend nicht auf, zeigte sowohl nach dem 0:2, als auch dem 1:3 eine kaum für möglich gehaltene Moral, die drei Minuten vor Schluss aber lediglich mit dem 2:3-Anschlusstreffer durch Marcel Helber belohnt wurde. Besonders tragisch aus Kirchheimer Sicht: Beim Stande von 1:2 in der 81. Minute hatte zunächst Helber den Ausgleich auf dem Fuß, ehe Emrah Basol, der schon für das zwischenzeitliche 1:2 gesorgt hatte, im Nachschuss den Ball nicht im leeren Tor unterbringen konnte. „Das war der bitterste Moment im ganzen Spiel“, klagte VfL-Coach Stefan Haußmann hinterher. Der ehemalige Kirchheimer Chris Eisenhardt sah den FCF-Sieg freilich nüchterner. „Wir haben es uns heute unnötig schwer gemacht.“
Unter dem Strich stand dann auch ein aufgrund der Überlegenheit in der zweiten Halbzeit verdienter Frickenhausener Erfolg, der den FCF als neuen Tabellendritten zumindest bis heute auf einen Zähler an Spitzenreiter Schwäbisch Hall heranführt. Dem VfL hingegen droht bei Siegen der Kellerkonkurrenz im schlimmsten Fall das Abrutschen auf den vorletzten Platz. In dem Fall würde das nächste Spiel zu Hause gegen Hellas Bietigheim am kommenden Samstag schon zu einer richtungsweisenden Partie in Sachen Klassenerhalt – so wie mittlerweile eigentlich jedes Match der Kirchheimer.
FC Frickenhausen: Volber – M. Horeth, Jaschke, Kurtoglu, Eisenhardt – Fischer (89. Albyrak), Mayer (71. Schulze), Kotaidis, Rodriguez, Isci (81. R. Horeth) – Renner
VfL Kirchheim: Doll – Marcelles (81. Rothweiler), Mende, Hofstetter, Großhans – Basol, Caruana (27. Colic), Helber, Gutmann, Kalfic (75. Ince) – Forzano
Tore: 1:0 Isci (50.), 2:0 Renner (58.), 2:1 Basol (69.), 3:1 Renner (82.), 3:2 Helber (87.)
Gelbe Karten: Kotaidis, Renner – Gutmann, Basol
Schiedsrichter: Andreas Rinderknecht (Ergenzingen)
Zuschauer: 555
