Kirchheim. Es war der wohl bitterste Moment für Team und Fans in dieser Saison, als am vergangenen Sonntag der Schlusspfiff in Ehingen ertönte. Trotz guter Leistung und deutlich verbesserter Defensive hatte es wieder nicht zum Sieg gereicht. Eine weitere Niederlage, genauso bitter wie unnötig. Das Jahr 2012 scheint für die Knights alles zu bieten, was an sportlichen Höhen und Tiefen möglich ist.
Nun warten Wochen, die es in sich haben. Nach dem morgigen Heimspiel gegen den Tabellendritten Düsseldorf, warten Heidelberg, Göttingen und Karlsruhe auf die Teckstädter. Allesamt Teams, die sich in diesem Jahr um die zwei begehrten Aufstiegsplätze reißen. Doch auch für die Ritter geht es um viel. Bleibt man in den kommenden Spielen weiter ohne Sieg, droht der Sturz auf einen Abstiegsplatz.
„Dies möchten wir natürlich verhindern“, sagt der sportliche Leiter der Knights, Michael Schmauder, „dennoch sind wir gegen Düsseldorf klarer Außenseiter.“ Ein Teil der Kirchheimer Hoffnungen ruhen auf Mike Henderson. Der US-Amerikaner, für den zunächst keine Freigabe vorlag, und der dann mit einer Sprunggelenksverletzung passen musste, scheint nun bereit zu sein für seinen ersten Auftritt im Knights-Trikot. „Ich freue mich sehr auf das erste Spiel. Der Knöchel schmerzt noch etwas, aber ich konnte voll trainieren,“ berichtet Henderson, der besonders auf den ersten Auftritt vor heimischem Publikum hinfiebert.
Anders als die Kirchheimer liegt der morgige Gegner aus Düsseldorf kurz vor der Winterpause voll im Soll. Mit 18 Punkten stehen die Giants punktgleich mit Karlsruhe und Göttingen an der Spitze der Pro A. Schon im vergangenen Jahr lautete das Ziel Aufstieg in die erste Liga. Der Grund, warum es nicht geklappt hat: Die Kirchheim Knights. Drei glatte Siege in Folge besiegelten das Aus im Halbfinale der letztjährigen Play-offs und das Ende aller Aufstiegsträume am Rhein. Die Mannschaft von Trainer Murat Didin hat also noch eine Rechnung offen.
Die Düsseldorfer haben vor Saisonbeginn erneut kräftig in die Mannschaft investiert. Sechs Spieler punkten regelmäßig zweistellig, wodurch die Gäste noch schwerer auszurechnen sind. Mit 13,3 Punkten führt Gary Johnson sein Team als Topscorer und Point-Guard an. Sein Duell mit Chris Alexander dürfte eines der vielen Highlights werden. Der bundesligaerfahrene Patrick Flomo (13), Sebastian Greene (12,7), Nico Adamczyk (12,4), Kendall Chones (12,2) und Marin Petric (10,1) komplettieren den tiefen Kader der Gäste, die ein fast sicherer Kandidat für die Play-offs sind.
In Kirchheim dagegen ist die Endrunde nach den beiden jüngsten Niederlagen gegen Leipzig und Ehingen kein Thema mehr. Beide Male wäre ein Sieg möglich gewesen, damit hätte man Anschluss ans obere Tabellendrittel halten können. Nun beherrscht die Sorge, noch tiefer in der Tabelle abzurutschen, das Tagesgeschehen bei den Knights. Mit Gotha, Crailsheim und Essen stehen drei Teams in der Nähe der Abstiegsplätze, denen man in den nächsten Spielen durchaus weitere Siege zutrauen kann.
Die Kirchheimer Hoffnungen ruhen nun auch auf dem deutschen Center-Duo Schneider und Maier. Nach Verletzungen zu Saisonbeginn scheint sich Dominik Schneider gut erholt zu haben. Mit seinen überzeugenden Leistungen in den vergangenen Wochen stabilisierte sich auch die Abwehr. Auch Jonathan Maier zeigte gegen Ehingen eine unerwartet starke Leistung. Nicht nur Trainer Ignjatovic hofft auf eine Stabilisierung bei ihm. Ein Fragezeichen steht weiterhin hinter der Leistung von Cedric Brooks. Gegen Ehingen zu Beginn mit deutlich steigender Tendenz, schlichen sich am Ende der Partie wieder Unsicherheiten ein.
Keine einfache Situation momentan für die Mannschaft um Kapitän Radi Tomasevic, die sich in den vergangenen Wochen mit viel Kritik konfrontiert sah und die eigentlich nur eines braucht: ein rasches Erfolgserlebnis. cs
