Kirchheim verneigt sich vor seinen erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportlern
Werbeträger in Trikots

Ohne einen einzigen Schweißtropfen zu vergießen, kommt man als Sportler selten zu Ehren. Sitzfleisch statt schneller Beine war bei der Kirchheimer Sportlerehrung in der Stadthalle gestern gefragt, denn an preiswürdigen Leistungen hatten die Erfolgreichsten des Jahres einiges zu bieten.

Sportlerehrung 2011 in der Stadthalle, Anja Wacherhauser, Leichtathletik
Sportlerehrung 2011 in der Stadthalle, Anja Wacherhauser, Leichtathletik

Kirchheim. Die Totale zählt zu ihren bevorzugten Perspektiven. Am liebsten majestätisch aus der Vogelschau, diesmal vergleichsweise profan im holzgetäfelten Schummersaal der Kirchheimer Stadthalle. Als Idealbesetzung galten sie gestern aber auch dort. Wer wäre schließlich geeigneter gewesen, die Gäste auf einen Rundflug über die Kirchheimer Sportlandschaft mitzunehmen als das Moderatorenpaar Katja und Tilo Holighaus?

Bevor der Konstrukteur und passionierte Segelflieger am Ende selbst an der Reihe war und Silber für seinen sechsten Platz beim Grand Prix vergangenen Winter in Chile ausgehändigt bekam, war ein mehr als zweistündiger Ehrungsmarathon zu absolvieren. So manchen Athleten mag es gefreut haben - diesmal schwitzten andere: Kirchheims OB Angelika Matt-Heidecker und Siegfried Hauff als Vorsitzender des Stadtverbandes für Leibesübungen hatten mehr als 80 Medaillen und Urkunden an Frau, Mann oder Mannschaft zu bringen. Dass die eine oder andere Trophäe keinen Abnehmer fand, lag in der Natur der Sache: Leistungssport hat nun mal ein festes Termin-Korsett, und ohne Fleiß kein Preis. So fehlte Kirchheims Mountainbike-Elite, die Kilometer auf Mallorca spult, ebenso wie das Gros der Ötlinger Sportschützen, die traditionell eine der zahlenmäßig stärksten Abordnungen stellt.

Kirchheims schnellstem Mann auf der Tartanbahn wurde dagegen sein Bekanntheitsgrad zum Verhängnis: Nachdem sein Verzicht auf die bayrischen Landesmeisterschaften schon am Donnerstag in der Zeitung gestanden hatte, fehlte Tobias Unger quasi unentschuldigt und musste die Ehrenrettung der Leichtathleten an diesem Tag einer anderen überlassen: Anja Wackershauser bewies nicht zum ersten Mal, dass sie in Kirchheim zurecht als sportliches Vorbild fungiert. Ihre Ehrung wurde vorgezogen, damit sie rechtzeitig zum 200-Meter-Start bei den Landesmeisterschaften im Sindelfinger Glaspalast sein konnte.

Dass sich sportlicher Erfolg gelegentlich in Minuten fassen lässt, ist nichts Neues. Zumindest was Kirchheims Turner anbelangt, war Schnelligkeit gestern allerdings kein Qualitätsmerkmal. Als die lange Liste der VfL-Erfolge verlesen war, konnte das Saxofon-Quartett der Musikschule schon fast zum Pausenstück übergehen. Allein die Triumphe des Spitzentrios Dorothee Henzler, Adina Hausch und Felix Pohl füllten mehrere Zeilen im Programmheft. Hausch und Pohl wurden überdies als die erfolgreichsten Nachwuchssportler mit dem Sonderpreis der Kreissparkasse geehrt.