Polizeiberichte

Geldautomat gesprengt

Schlaitdorf Unbekannte sprengen den Geldautomaten der Kreissparkasse im Rathaus in die Luft. Von den Tätern fehlt bisweilen jede Spur

Foto: SDMG/Kohls

Es ist Montagmorgen, kurz vor fünf Uhr. Die Welt in Schlaitdorf scheint noch in Ordnung, als plötzlich ein lauter Knall die Gemeinde erschüttert. Unbekannte Täter hatten den Geldautomaten der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen im Rathaus gesprengt und sind mit der Beute geflüchtet.

Gleich gegenüber dem Rathaus wohnt Wolfgang Hiller. Er wurde vom lauten Knall aufgeweckt und beim Blick durch das Fenster, sah er, was passiert war. Auf der Straße lagen überall Geldscheine verstreut und Feuer und Rauch drangen aus dem Raum, wo der Geldautomat stand. Klaus Zizelmann, Leiter des Bauhofs in Schlaitdorf, ist Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr im Ort. Er berichtet, dass er die Alarmierung zuerst für einen Scherz hielt: „Mein Sohn ist auch bei der Feuerwehr, er weckte mich, nachdem der Alarm kam und sagte, dass der Geldautomat gesprengt worden sei. Ich konnte das kaum glauben.“

Rasch war die Feuerwehr vor Ort und konnte den Brand löschen und mit der Belüftung des Rathauses beginnen. Die Polizei war mit 18 Streifenwagen im Einsatz, sperrten teilweise Straßen und kontrollierten die Autos. Doch von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Vor Ort ein Bild der Verwüstung. Der Geldautomat ist vollkommen demoliert, vor ihm liegen noch Gasflaschen, die die Täter wohl zur Sprengung benutzt haben, an der Mauer des Rathauses ist ein Riß zu sehen und überall liegen Glassplitter vom zerborstenen Glas. Zizelmann wundert sich: „Niemals hätte ich damit gerechnet, dass so etwas in Schlaitdorf passieren kann.“

Wie der Feuerwehrangehörige erklärte, waren wenigstens umliegende nach ersten Erkenntnissen nicht betroffen. „Aber der Schaden am Gebäude ist groß und momentan hat die Polizei den Tatort abgesperrt.“ Davon betroffen ist auch der Bürgermeister von Schlaitdorf, Dietmar Edelmann. „Mich bringt so schnell nichts mehr aus der Ruhe, aber die Zerstörungswut ärgert mich.“ Seine Rathausmitarbeiter hat Edelmann bereits wieder nach Hause geschickt. „Die Feuerwehr hat zwar das Gebäude entraucht, aber es riecht doch noch sehr stark nach verbranntem Kunststoff.“ Die Sprengung des Geldautomaten hätte weitaus gefährlicher enden können, denn hinter dem zerstörten Automaten befindet sich das Bürgerbüro. Der Schultes ist erleichtert: „Es sind zum Glück keine Menschen verletzt worden.“

Die Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach den geflüchteten Tätern und gehen den ersten Hinweisen von Zeugen im Dorf nach. Die Spurensicherung der Kriminalpolizei hat inzwischen die Ermittlungen beim Rathaus aufgenommen und die Spuren gesichert. Die Ermittlungen werden noch Stunden in Anspruch nehmen. Ulrich Unger, Pressesprecher der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, bestätigte auf Anfrage, dass dieser Vorgang der erste im Gebiet der KSK gewesen sei. „Es ist ein ärgerlicher Vorgang, aber wir sind froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.“

Die Mitarbeiter der Kreissparkasse sind auf solche Tathergänge vorbereitet: „Es gibt klar definierte Vorgehensweisen und den Notfallplan. Das weiß jeder, was er zu tun hat.“ Unger betont: „Unsere Automaten sind normalerweise gegen solche angriffe gesichert. Jetzt müssen wir die Ermittlungen der Polizei abwarten.“ Wie viel Geld die unbekannten Täter erbeutet haben, kann nach derzeitigem Stand noch nicht beziffert werden. Für die Bürger in Schlaitdorf war die Sprengung jedenfalls ein Schreck in der frühen Morgenstunde, aber Bürgermeister Dietmar Edelmann nimmt es gelassen: „Jetzt darf ich deswegen nicht in mein Rathaus, aber ich habe heute eh Außentermine.“ kry

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