Polizeiberichte

Großbrand in Zimmereibetrieb in Hepsisau

Feuer Bei einem Großbrand in Hepsisau ist in der Nacht von Montag auf Dienstag eine Zimmerei niedergebrannt. Von Bianca Lütz-Holoch

Foto: Markus Brändli

Weilheim. Bei einem Großbrand in Hepsisau ist in der Nacht von Montag auf Dienstag eine Zimmerei niedergebrannt. Das Feuer war in einer Scheune ausgebrochen, in der sich die Werkstatt des Betriebs befand, und griff innerhalb kürzester Zeit vom Scheunendach auf das Wohn- und Geschäftsgebäude über. Die vier Bewohner im Alter zwischen 54 und 80 Jahren konnten sich noch rechtzeitig selbst aus dem Haus retten. Sie waren durch Knallgeräusche, die das Feuer in der Werkstatt verursacht hatte, geweckt worden. Die beiden älteren Bewohner kamen vorsorglich ins Krankenhaus, ernsthaft verletzt wurde niemand. Ebenfalls mit dem Schrecken davon kamen die Haustiere der Familie.

Einen Brand in dieser Größenordnung hat es in Weilheim schon seit Jahren nicht mehr gegeben.  Die Feuerwehr war mit 55 Einsatzkräften und acht Fahrzeugen vor Ort. Das DRK rückte mit vier Fahrzeugen und zehn Helfern an. Auch die Polizei war vor Ort. Die Brandursache ist noch unklar. Bereits in der Nacht hat die Kriminalpolizei begonnen zu ermitteln.

„Als wir gegen 3 Uhr nachts in Weilheim losgefahren sind, haben wir schon den hell erleuchteten Himmel über Hepsisau gesehen“, erinnert sich Helmut Burkhardt, Ordnungsamtsleiter und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim: „Da wussten wir schon, was auf uns zukommt.“  Die lodernden Flammen konnte die Feuerwehr nach einiger Zeit niederkämpfen. „Werkstatt und Haus waren aber nicht mehr zu retten“, so Burkhardt. In Scheune und Schuppen hatten sich neben Holz auch Teerpappe, Gasflaschen und Heu befunden. Den Schaden beziffert die Polizei aktuell auf mehrere hunderttausend Euro. Verhindern konnten die Einsatzkräfte jedoch, dass das Feuer noch auf weitere, benachbarte Gebäude übergreift.


Helmut Burkhardt berichtet von mehreren Detonationen und Verpuffungen während der Löscharbeiten. Knallgeräusche waren im ganzen Ort zu hören. „Eine Druckwelle hat sogar die Feuerwehrleute, die vorm Gebäude standen, umgestoßen“, so Burkhardt. Auch sie kamen ohne Verletzungen davon.

Die Feuerwehr legte zwei Leitungen zum Teich in Hepsisau. Weil der Wasserhochbehälter in dem Ort nicht ausreicht, um größere Brände zu löschen, unterhält die Stadt diesen Teich.

Den ganzen Dienstag über kämpften die Feuerwehrleute noch gegen das Wiederaufflammen des Feuers, rissen mit Äxten die Fassaden ein und tränkten die glühende Dämmung mit Wasser. Nachmittags rückte ein Abbruchunternehmen mit Baggern an, um die wenigen noch stehenden, einsturzgefährdeten Gebäudereste abzureißen und die Glutnester in den Mauern und unter den Balken zu löschen. „Andernfalls wäre das Feuer eventuell wieder aufgelodert“, sagt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle, der am Dienstagmorgen zur Brandstelle kam und sich ein Bild machte.

 „Es war erschreckend, das Gebäude ist dem Erdboden gleich“, schildert er seinen Eindruck und fügt hinzu: „Eine Familie hat ihr Heim verloren.“ Der Feuerwehr zufolge hatten die Bewohner zwar sich selbst retten können, ihr Hab und Gut ist jedoch verbrannt oder durch das Löschwasser zerstört worden. Lediglich ein Auto, einen Schlepper und einen Stapler konnten sie noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. „Die Leute versuchen nun, privat unterzukommen“, sagt Johannes Züfle. Gelingt ihnen das nicht, stellt die Stadt ihnen eine Unterkunft zur Verfügung. „Für solche Fälle halten wir immer Wohnungen bereit“, informiert der Bürgermeister.

Ob es in Hepsisau überhaupt schon einmal einen derart schweren Brand gegeben hat, ist unklar. „Selbst die Älteren können sich nicht ein Feuer erinnern, das nicht nur ein landwirtschaftliches Gebäude, sondern auch ein Wohnhaus zerstört hat“, sagt Johannes Züfle. Das letzte große Feuer in Weilheim war im Februar 2012 in der Neidlinger Straße ausgebrochen. Angefangen zu brennen hatte es in einer Garaenwerkstatt. Die Flammen waren dann jedoch auf den Dachstuhl des Wohngebäudes übergegangen.


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