Polizeiberichte

Viele Fragen sind noch offen

Unfall Nach der tödlichen Kollision auf der B27 in Aichtal soll ein Gutachter die genauen Umstände feststellen.

Symbolbild

Aichtal. Wie waren die Wetterverhältnisse an der Unfallstelle? Wie weit reichte die Sicht im Nebel auf der B 27 von Aichtal kommend Richtung Tübingen, wo sich in der Unglücksnacht zum 1. Januar ein tödlicher Unfall ereignet hat? Diese und weitere Details soll nach dem verheerenden Unfall, bei dem ein 39 Jahre alter Vater und sein zehnjähriger Sohn getötet und 15 weitere Personen teils schwer verletzt wurden, nun ein Gutachter feststellen. „Die Untersuchung zu den exakten Umständen kann sich noch Wochen hinziehen“, sagt Björn Reusch vom zuständigen Polizeipräsidium Reutlingen. Allerdings könne man aufgrund der Lage des Straßenabschnitts auf Höhe des Parkplatzes kurz vor dem Aichtalviadukt davon ausgehen, dass es sich bei dem Nebel um wetterbedingten Nebel und nicht etwa um den Rauch von Silvesterraketen gehandelt habe. „Es gibt keine Bebauung in diesem Gebiet“, erklärt der Polizeisprecher.

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Gegen 1 Uhr ereignete sich der schwere Unfall mit sechs beteiligten Fahrzeugen. Laut der Polizei war ein 39-jähriger Mann mit seinem Ford in Richtung Tübingen unterwegs. Er fuhr auf einen vor ihm wegen des Nebels deutlich langsamer fahrenden VW auf. Durch den Aufprall drehte sich der VW und kam auf dem Standstreifen zum Stehen. Ein 21-jähriger BMW-Fahrer erkannte die Situation zu spät und krachte in den Focus. Weiteren Autofahrern gelang es, rechtzeitig zu bremsen. Sie verließen ihre Autos, um den Opfern zu helfen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten der 39-jährige Ford-Focus-Fahrer und sein zehnjähriger Sohn ihren Wagen verlassen. Somit befanden sich mehrere Personen auf der linken Fahrspur. Das erkannte eine 21-jährige Frau aufgrund des Nebels nicht. Sie war zudem deutlich zu schnell unterwegs und fuhr mit ihrem Nissan Qashqai fast ungebremst durch die Unfallstelle und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Sie erfasste Vater und Sohn aus dem Ford Focus, die bei dem Unfall starben und den 27-jährigen Golf-Fahrer, der schwer verletzt wurde. Laut der Polizei hatte die Fahrerin weder Alkohol noch Drogen konsumiert. Gegen die 21-Jährige wird wegen nicht angepasster Geschwindigkeit sowie Tötung und Verletzung von Menschen ermittelt.      Kathrin Waldow