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Auch das Motivations-Monster geht

Basketball Die Knights stehen vor einem größeren personellen Umbruch. Nach Spielmacher Richie Williams und Kapitän Kevin Wohlrath verlässt nun auch Nico Brauner den Klub. Von Bernd Köble

Emotionaler Leader auf der Bank und auf dem Spielfeld: Nico Brauner (vorne) verlässt die Knights nach zwei Jahren in Richtung Je
Emotionaler Leader auf der Bank und auf dem Spielfeld: Nico Brauner (vorne) verlässt die Knights nach zwei Jahren in Richtung Jena. Kapitän Kevin Wohlrath (Fünfter von links) geht nach Bayreuth.Foto: Tanja Spindler

Nach von viel Kontinuität geprägten Jahren steht Kirchheims Zweitliga-Basketballern in der neuen Saison ein personeller Umbruch bevor. Mit Spielmacher Richie Williams, Kapitän Kevin Wohlrath und dem deutschen Combo-Guard Nico Brauner verlieren die Knights drei wichtige Stützen der so erfolgreichen Mannschaft, die den Einzug ins Play-off-Finale Anfang Mai nur knapp verpasst hat. Brauners Wechsel zum Liga-Konkurrenten Science City Jena, der erst gestern bekannt wurde, dürfte die Knights am meisten schmerzen. Der 26-Jährige, der in der ers­ten Saisonhälfte lange verletzt war, entwickelte sich in den Play-offs zum absoluten Leader auf dem Feld und machte seinem Ruf als Motivations-Monster alle Ehre.

Wenn man so will, Pech für die Knights: Die erfolgreiche Entscheidung von Kirchheims Headcoach Igor Perovic, den etatmäßigen Ersatz-Spielmacher auf der Position zwei zu etablieren, hat Brauner zur Werbung in eigener Sache genutzt. In der Rolle des Shooting Guards konnte der defensivstarke gebürtige Wiesbadener seine Offensivqualitäten unter Beweis stellen. „Wir haben Nico ein gutes Angebot unterbreitet“, meint Knights-Geschäftsführer Chris Schmidt. „Er wollte sich nach zwei Jahren aber noch mal verändern und eine neue Herausforderung annehmen. Dafür haben wir Verständnis.“ Ersatz für Brauner soll vor allem aus den eigenen Reihen kommen. In den erst 19-jährigen Montenegriner Aleksa Bulajic setzt man in Kirchheim große Hoffnungen. Er kann im Backcourt alle drei Positionen spielen und hat sich für sein Alter in der abgelaufenen Saison als ungewohnt reif entpuppt.

Wiedersehen mit Parra

Kein neues Angebot hat dagegen Kapitän Kevin Wohlrath erhalten, der die Knights ebenfalls nach zwei Jahren verlässt. Ob das für immer sein wird, ist allerdings fraglich. „Es war klar, dass wir uns auf dieser Position verändern werden. Wir wollen aber nicht ausschließen, dass sich unsere Wege noch einmal kreuzen“, meint Chris Schmidt, der von einer Trennung im beidseitigen Einvernehmen spricht, die offenbar schon zu einem frühen Zeitpunkt gefallen ist. Wohlrath, dessen Leis­tung in den zwei Kirchheimer Jahren zwischen Genie und Wahnsinn pendelte, will mit 26 Jahren sein Glück in der BBL suchen und hat beim letztjährigen Tabellenzehnten in Bayreuth unterschrieben. Dort trifft er auf einen alten Bekannten als Trainer: Mauricio Parra, für eineinhalb Spielzeiten Headcoach in Kirchheim, wird neuer Co-Trainer bei den Oberfranken. Der Spanier lotste Wohlrath vor zwei Jahren nach Kirchheim. Beide kennen sich bereits aus dem Nachwuchsprogramm von Alba Berlin.

Kein Fall fürs Nachwuchsprogramm, aber noch immer ein Ausnahmekönner auf seiner Position ist Richie Williams, den es dorthin zurückzieht, wo er vergangenen Sommer hergekommen ist: nach Finnland. Bis Frühjahr 2020 noch für die Helsinki Seagulls im Einsatz wird der 33-jährige Amerikaner künftig im Spiel von KTP Basket Kotka Regie führen. Bei Verhandlungen mit Importspielern wollen sich die Knights wie in jedem Jahr Zeit lassen. „Wir spüren keinerlei Druck“, sagt Chris Schmidt. „Bei diesem Thema sind wir noch nicht aktiv.“

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