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Da passt vieles nicht zusammen

Zum Artikel „Experten nehmen Eltern in die Pflicht“ vom 12. November

Kinder, die morgens zusammen die Schule besuchen, dürfen nachmittags nicht mehr zusammen im Verein Sport treiben, selbst wenn dieser im Freien stattfindet. Bundesliga findet statt, sogar in den verschiedenen Hallensportarten. Wie soll man Kindern und Jugendlichen klar machen, dass sie nicht einmal ins Fußballtraining dürfen? Das Treffen auf dem Bolzplatz ist ihnen auch verboten. Treffen können sie sich aber in den (sicher auch zu Recht) geöffneten Jugendhäusern. Nicht alle Eltern können, wie in dem Bericht dargestellt, den Bewegungsmangel ihrer Kinder durch gemeinsame Sportaktivitäten ausgleichen.

Mit meiner kleinen Seniorenradgruppe darf ich mich nicht mehr zu der gemeinsamen Ausfahrt treffen. Hallentennis darf ich aber spielen. Ich verkrafte das und habe auch Verständnis für diese Einschränkungen. Aber kein Verständnis habe ich für völlig undifferenzierte Maßnahmen und schon gar nicht im Kinder- und Jugendsport. Nach meiner E­rkenntnis ist hier die „Coronadisziplin“ wesentlich größer als in einer Fußgängerzone.

Wenn die getroffenen Maßnahmen nicht durch statistisch belastbare Zahlen der Ansteckungsrisiken belegt werden können, fehlt dafür zunehmend die Akzeptanz bei den Bürgern. Für repräsen­tative Erhebungen wäre im Sommer genügend Zeit gewesen. Man sollte dies jetzt dringend nachholen, da uns ein weiterer Teil-Lockdown vermutlich auch in das nächs­te Jahr begleiten wird. Aber dann bitte mit entsprechend differenzierten Maßnahmen.

Günter Blodau, Bad Boll

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