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Darf man das?

Portrait MitarbeiterThomas Krytzner
Portrait MitarbeiterThomas Krytzner

Ist die Kirche nicht unantastbar? Das Gebäude ein geweihter Ort, der den Zweck hat, gemeinsam zu beten? Da stellt man sich als ehemaliger Kirchendiener schon einige Fragen, wenn Kirchen zum Klettergarten oder Café werden. Solche Ideen dürften bei der Bevölkerung nicht nur auf offene Ohren stoßen. Viele haben Erinnerungen an die Gotteshäuser, die in vielen Fällen im persönlichen Leben eine wichtige Rolle spielen. Sei es nun die Konfirmation oder Firmung, die Hochzeit oder der Trauergottesdienst beim Verlust eines geliebten Menschen.

Bei vielen erfreulichen und traurigen Erfahrungen im Leben stand die Kirche als Gotteshaus der Gemeinschaft zur Verfügung. Da kann man doch nicht einfach Veränderungen ins Leben rufen. Doch mit dem Blick in die Zukunft und in die Welt verändert sich die Denkweise über andere Nutzungsmöglichkeiten der Kirchen maßgebend. Wenn die Gotteshäuser nur noch leer stehen und nicht mehr genutzt werden, besteht die Gefahr, dass sie aus wirtschaftlichen Gründen sogar aus dem Dorf- und Stadtbild verschwinden könnten. Wenn man die Zerstörungswut der Anhänger des „Islamischen Staates“ beobachtet, wie sie historische Gedenkstätten dem Erdboden gleichmachen, drängt es sich hierzulande auf, die Kirchen zu erhalten. Und eben nicht nur zu erhalten, sondern mit Leben zu füllen. Gerade da kommen die Konzepte der jungen Studenten zur richtigen Zeit. Die Kirche als Gemeinschaft darf nicht weiter abwarten und hoffen. Es liegt auf der Hand, dass man Menschen nicht allein mit Gottesdiensten in die Kirche bekommt. Schon bei der fiktiven Nonnenstory „Sister Act“ sorgte Whoopi Goldberg 1992 mit ungewöhnlichen Mitteln für eine volle Kirche als Happy End. Warum soll das nicht auch in der Region funktionieren? Die Konzepte mit den Blicken von außen bieten die Möglichkeit, Gotteshäuser wieder zu lebendigen Orten zu machen - ohne die Religion zu verletzen.


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