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Das Kraut mit Suchtfaktor

Foto: Elise Czaja
Foto: Elise Czaja

Die Zinnie ist eine Blüte, die sicher jeder schon gesehen hat, wenn man sie auch nicht immer benennen kann. Genau genommen ist sie ein Krautgewächs und gehört zur Gruppe der Astern. Sie ist eine beliebte Bereicherung in jedem Garten, da sie sich leicht durch Samen verbreiten lässt. Ihre Farbvielfalt ist überwältigend, obwohl sie noch nicht allzu lange hierzulande heimisch geworden ist. Besonders in gemäßigten Klimazonen kann man diese Zierpflanze in Parks und Gärten besichtigen. Ursprünglich kommt das schöne Kraut aus Mexiko. Im Jahre 1757 wurde die Zinnie zum ersten Mal dokumentiert und zwar zunächst fälschlicherweise als Rud­beckie. Erst eine Weile später wurde sie richtig mit ihrem jetzigen Namen, der ihr zu Ehren ihres Entdeckers Johann Gottfried Zinn gegeben wurde. 1790 kam sie dann das erste Mal nach Europa und wurde im österreichischen Wien das erste Mal beschrieben, mit ausschließlich roten Blüten. Kurz darauf erhielt der Botanische Garten in Madrid eine violette Zinnie. 1800 gelangte sie nach England und nicht lange danach auch nach Deutschland. Durch ihre leichte Vermehrung wurde sie sofort eine beliebte Pflanze in deutschen Gärten. Vor allem ihre Fähigkeit, von einer einzigen Mutter­pflanze gleich mehrere Farbvarianten ausbilden zu können, machte sie zu einem absoluten Überflieger. Daher gab es 1838 auch schon zehn verschiedene Sorten, in Frankreich entstand sogar eine gefüllte Blüte. Auf der Raumstation ISS gelang 2016 die Pflanzung einer gelb-orangenen Zinnie. Zinnien sind nicht nur schön, sondern auch essbar, wobei allerdings Vorsicht geboten ist, da sie Kontakt­allergene und Nikotin beinhaltet. Somit ist die Zinnie eine Pflanze mit doppeltem Suchtpotenzial. Elise Czaja


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