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Entwürfe für Naturhotel vorgestellt

Tourismus Ein junger Nürtinger Gastronom will an der B 313 ein Hotel mit Restaurant und Biergarten betreiben.

Nürtingen. Vor der Sommerpause haben Christer Belser und sein Onkel Gunther Single ihre Hotelpläne in Nürtingen den Stadträten vorgestellt. Damals gab es im Gremium breite Zustimmung. Die Resonanz war auch bei der Bürgerinformation im K3N positiv.

„Ein eigenes Hotel war schon immer mein Traum“, sagt Christer Belser. Dass die Idee nun am Neckar in der Stuttgarter Straße Gestalt annehmen soll, das ist nicht nur im Sinne von Oberbürgermeister Fridrich, sondern deckt sich auch mit den Vorstellungen der Nürtinger Bürger, die sich dort schon lange einen Biergarten wünschen. „Nachhaltig und regional“ ist Belsers Konzept.

Es soll auch kein nobles Business- oder Wellness-Hotel werden. Belser will eher Geschäftsreisende und vor allem Touristen ansprechen. Das Naturhotel soll auch eine Adresse für Radfahrer werden, die auf dem Neckartal-Radweg unterwegs sind. Oberbürgermeister Fridrich sieht hier viel Potenzial. Rund 140 000 Radler sollen seiner Einschätzung nach dort jedes Jahr unterwegs sein. Neben 43 Pkw-Stellplätzen, die ebenerdig unter den Hotelgebäuden angeordnet sind, gibt es auch 50 Fahrradabstellplätze.

Die 50 Hotelzimmer und vier Appartements verteilen sich auf zwei Häuser. Im dritten Gebäude sind das Restaurant mit 70 bis 80 Sitzplätzen, eine Terrasse zum Neckar hin, Veranstaltungsräume und eine Skybar mit Loungeatmosphäre geplant.

Die Nachhaltigkeit schließt auch das Energiekonzept mit Photovoltaik und Wärmepumpe ein. „Wir planen ein Null-Energie-Haus“, sagt Architekt Gunther Single. Außerdem sollen natürliche Baumaterialien verwendet werden.

Das neue Hotelkonzept unterscheidet sich nicht nur in Form und Größe von dem des ehemaligen Reutlinger Investors Neveling. Es lässt auch zwischen den Gebäuden und dem Neckarufer eine deutlich größere Grünfläche. Aktuell umfasse die Grünfläche 390 Quadratmeter, „später sind es 2500 Quadratmeter“, informiert Bernd Schwartz, der neue Leiter des Amtes für Liegenschaften, Wirtschaftsförderung und Bürgerbeteiligung.

Die größte Hürde beim Naturhotel dürfte der Hochwasserschutz sein. Zwar wird die Hotelgarage mit einer Schutzmauer eingefasst. Doch im Fall eines Jahrhunderthochwassers reicht dieser Schutz nicht aus. Derzeit liegt die Planungshoheit für den Hochwasserschutz in Nürtingen beim Land, auch das Landratsamt redet mit in Sachen Hochwasserschutzplanung.

Bis Ende des Jahres soll der städtebauliche Vertrag ausgearbeitet werden. 2021 folgt dann der Bebauungsplan. Anneliese Lieb

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