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Hungerberg - ein Angstprojekt?

Zum Artikel „Verhindern, dass die Lichter ausgehen“ vom 18. August

Niemand möchte seinen Arbeitsplatz verlieren. Da sind wir uns einig. Es ist aber unredlich, Ängste zu schüren, um ein in der Bevölkerung hochgradig umstrittenes Projekt und die Interessen der Industrie durchzudrücken. Wir müssen „Verhindern, dass die Lichter ausgehen“ titelt der Teckbote, und statt Zahlen zu nennen, stützt er sich auf Behauptungen. Deshalb seien die Zahlen hier nachgeliefert. Die IHK Region Stuttgart sagt in ihrem Fachkräftemonitor vorher, dass der Region Stuttgart in den nächsten 15 Jahren 245 000 Fachkräfte fehlen werden. Wenn also die Lichter ausgehen sollten, dann, weil es am Wichtigsten mangelt: an hoch qualifizierten Menschen. Das Industriegebiet Hungerberg würde den Mangel erheblich verschärfen, statt ihn zu beheben. Fachkräfte würden aus anderen Regionen abgezogen, und um Kirchheim herum wird der ohnehin nicht im Überfluss vorhandene Wohnraum weiter verknappt und verteuert.

Zahlen, Daten, Fakten - daran mangelt es dem ganzen Projekt. Flächen für den Transformationsprozess gibt es im Bestand genug. Das haben Daimler und Porsche bereits gezeigt. Weshalb legt die Wirtschaftsförderung nicht endlich ein Verzeichnis der Brachflächen vor, wenn sie da anderer Meinung ist? Befürchtet sie, dass sich dann die Behauptung, Transformation brauche Fläche, nicht mehr halten lässt? Wären solche Themen dann nicht mehr geeignet, Ängste in der Bevölkerung zu schüren? Der Volksmund weiß: Angst ist ein schlechter Berater!

Michael Hahn, Dettingen, Vertrauensmann der Bürgerinitiative Hungerberg

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