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Kinder planschen noch im alten Becken

Freibad Weil die Stadt Kirchheim weiterhin auf einen Zuschussbescheid warten muss, verzögert sich die Neugestaltung des Badeparadieses für Kleinkinder auf jeden Fall noch um eine weitere Saison. Von Andreas Volz

Das alte Kinderplanschbecken im Kirchheimer Freibad hätte eigentlich längst ausgedient haben sollen. Weil aber der Zuschussbesch
Das alte Kinderplanschbecken im Kirchheimer Freibad hätte eigentlich längst ausgedient haben sollen. Weil aber der Zuschussbescheid für den Neubau immer noch aussteht, dürfte es auch in der kommenden Saison wie gewohnt zum Einsatz kommen. Foto: Carsten Riedl

Friedlich liegt es im Winterschlaf, das Kinderplanschbecken im Kirchheimer Freibad. Eigentlich dürfte es längst nicht mehr vorhanden sein. Die Pläne hatten vorgesehen, dass es gleich nach der Badesaison im September 2021 entfernt wird, um dem neuen Badeparadies für kleine Kinder Platz zu machen. Mit der Beginn der neuen Saison, Anfang Mai 2021, hätte das neue Becken mit allen seinen spielerischen Raffinessen bereits zur Verfügung stehen sollen.

Dass daraus nichts werden kann, sehen alle, die am Freibad entlangspazieren: Seit Wochen und Monaten tut sich nichts. Inzwischen gibt es eine ganz andere Befürchtung, die SPD-Stadtrat Stefan Gölz nun im Gemeinderat ansprach: „Da eine Fertigstellung im Mai nicht mehr möglich ist, sollten wir den Beginn der Baumaßnahmen am Planschbecken besser gleich auf den Herbst verschieben. Wir wollen die neue Saison im Mai anbaden. Wir wollen aber nicht die halbe Saison hindurch verspätete Bauarbeiten ausbaden.“

Die gute Nachricht seitens der Stadtwerke und der Stadtverwaltung: Die Befürchtungen, die Stefan Gölz vorgetragen hatte, entbehren offenbar jeglicher realistischer Grundlage. „Die Bagger sollten nicht im Sommer anfahren“, sagte Oberbürgermeister Pascal Bader. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bauarbeiten noch vor Ende der Badesaison beginnen könnten, tendiert gegen Null.“ Das hörte sich eher so an, als müssten die Freibadgäste, die sich mit Kindern oder Enkeln rund ums Planschbecken niederlassen, sogar um einen pünktlichen Baustart im September 2022 bangen.

Stadtwerkechef Martin Zimmert präzisierte: „Die Verzögerungen haben tatsächlich nur einen Grund - wir warten immer noch auf den Zuschussbescheid. Ohne diesen Bescheid können wir aber nicht anfangen, weil wir sonst jeden Anspruch auf Zuschuss verlieren würden.“ Der zuschussgebenden Behörde sei in diesem Fall aber kein Vorwurf zu machen. Das Problem sei ein anderes: „Es ist das gesamte Zuschussverfahren, das extrem komplex ist.“

Baubeginn heißt Ausschreibung

Wenn der Bescheid aber erst einmal vorliegt, werde der Bau ohne weitere Verzögerung beginnen. Rollen demnach also doch schon im Juli oder im August die Bagger an? Martin Zimmert beruhigt: „Baubeginn heißt, dass wir die Arbeiten ausschreiben. Von da an dauert es acht bis zehn Wochen, bevor wir die Arbeiten vergeben können.“ Danach erst könnten die beauftragten Unternehmen die benötigten Materialien bestellen - wobei mit Lieferengpässen zu rechnen ist. Fazit: „Es ist unmöglich, heute schon einen exakten Zeitpunkt zu nennen, zu dem die Bauarbeiten auch tatsächlich losgehen. Das können wir überhaupt noch nicht abschätzen. Aber mit jedem Tag, den wir auf den Zuschussbescheid warten müssen, wird es wahrscheinlicher, dass wir erst nach der Badesaison 2022 beginnen können.“

Das vorhandene Planschbecken bekommt also noch einmal eine Gnadenfrist. Auch die kleinsten Badegäste können im Sommer also ihren Spaß am Wasser haben. Lediglich auf die versprochenen Extras mit Schiffchenkanal und dergleichen müssen sie vorläufig verzichten. Es mag aber gut sein, dass sie noch gar nicht ahnen, welch ein künftiges Vergnügen ihnen da eine weitere Saison lang vorenthalten werden muss.

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