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Kleriker wollen alleinige Macht

Zum Artikel „Virus bremst den Unmut nicht“ vom 27. Juli

Der Artikel von Elisabeth Zoll zu Maria 2.0 gibt nach meiner Einschätzung die Stimmung in weiten Kreisen der katholischen Kirche zutreffend wieder. Dabei ist der Ausschluss von Frauen von den Weiheämtern nur der am meisten offensichtliche Missstand.

Im Kern geht es darum, den Klerikern die alleinige Macht zu erhalten. Nicht nur Frauen haben in der katholischen Kirche nichts zu melden. Das gilt in gleicher Weise für Männer, die dem rechtlosen Stand der Laien angehören. Auch wenn die Laien die große Masse des Kirchenvolks ausmachen und noch so kluge Köpfe in ihren Reihen haben, sie werden es in der katholischen Kirche von heute nie erreichen, dass sie über die Gesetze entscheiden können, welchen sie nach Vorstellung der Kirchen- oberen gehorchen müssen.

Es sind die Herren in Rom, eine kleine Gruppe alter Männer, die darüber entscheidet, ob Frauen Priester werden können, ob Priester zwingend unverheiratet sein müssen, ob man mit Protestanten das gemeinsame Abendmahl feiern darf oder wer in das Amt des Bischofs berufen wird. Die Entscheidungsbefugnis über diese Fragen wollen die Herrschaften in Rom und Rottenburg nicht aus der Hand geben. Dass sie die katholische Kirche in Deutschland damit gegen die Wand fahren, scheint sie nicht zu beirren.

Dr. Alfons Nowak, Kirchheim

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