Themenwoche: Rund ums Haus

Mangel erkannt - und schnell gebannt

djd. Die Coronakrise hat die Arbeiten auf Deutschlands Baustellen kaum beeinträchtigt, die Auftragsbücher der Firmen sind voll. Dank anhaltend niedriger Bauzinsen können sich viele Menschen den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. Die Kehrseite der Medaille: Angesichts des Auftragsbooms bei den Bauunternehmen leidet häufig die Sorgfalt. Richtig teuer wird schlampige Arbeit für den Bauherrn, wenn ein Fehler sehr spät oder womöglich erst nach Fertigstellung des Hauses bemerkt wird.

Nachdem der Bau begonnen hat, sollte man sich also keineswegs bis zur Abnahme bequem zurücklehnen. Im Gegenteil: Besser ist es, den Ablauf kontinuierlich zu verfolgen. Zum Baubeginn sollte man sich beispielsweise die Kontaktdaten des Bauleiters geben lassen, er ist für die Bauzeit der wichtigste Ansprechpartner und beantwortet alle Fragen nach dem Stand der Dinge. Entscheidend aber ist der Eindruck, den der Bauherr selbst von der Baustelle hat: Hat der Bauleiter sie im Griff? Hat sie ein gutes und sauberes Erscheinungsbild? Wird der Zeitplan eingehalten? „Wenn einem Dinge seltsam vorkommen, sollte man den Bauleiter ansprechen“, rät Florian Haas von der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende. „Halten Handwerker Termine nicht ein oder erscheinen nicht auf der Baustelle, kann dies möglicherweise auf wirtschaftliche Schwierigkeiten hindeuten.“ Zudem könne es sinnvoll sein, einen unabhängigen Baubegleiter zur Qualitätskontrolle einzuschalten: „Die Mehrausgaben belaufen sich im Verhältnis zur Gesamtinvestition nur auf einen kleinen Prozentbetrag.“

Bei der Qualitätskontrolle wird die Baustelle in verschiedenen Bauphasen von einem Bausachverständigen im Rahmen einer Begehung vor Ort auf Mängel und Ausführungsfehler überprüft. „Schon während der Bauzeit können versteckte Baumängel entdeckt und umgehend durch die verantwortlichen Handwerker behoben werden“, so Florian Haas. Die direkte Baubegleitung und Bauprüfung der einzelnen Gewerke durch den Bauexperten trage dazu bei, eine hohe Ausführungsqualität zu gewährleisten und Nachlässigkeiten von Handwerkern aufzudecken. Je nach Umfang des Bauvorhabens gibt es üblicherweise zwischen drei und fünf Begehungen. Mehr Informationen findet man unter www.finanzierungsschutz.de.

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