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Physio- und Ergotherapie

pm. Gerade bei einem interdisziplinären Ansatz, bei dem der Mensch als Ganzes gesehen wird, sei es sinnvoll, dass Physiotherapie, Ergotherapie und auch die Logopädie eng zusammenarbeiten und sich gut absprechen, weiß Hans Lamprecht, Geschäftsführer der interdisziplinären Praxis Lamprecht. Zu Beginn jeder Behandlung wird gemeinsam mit dem Ergo- oder Physiotherapeuten ein individueller Befund mit einem persönlichen Therapieplan erstellt.

Ergo- und Physiotherapie in der Neurologie

Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) haben häufig Einbußen körperlicher oder auch geistiger Fähigkeiten zur Folge, die nur durch ein gezieltes Training zurückgewonnen oder zumindest verbessert werden können. Darunter zählen beispielsweise Schlaganfälle, Verletzungen des Gehirns nach Unfällen, Verletzungen des Rückenmarks (Querschnittslähmung), Multiple Sklerose, Morbus Parkinson und Demenzen wie Alzheimer.

Die Behandlung konzentriert sich in erster Linie darauf, verloren gegangene Fähigkeiten bei Lähmungen und Bewegungseinschränkungen, Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten und vieles mehr wieder herzustellen. Ist dies nicht mehr möglich, soll der Patient versuchen, alternative Strategien zu erlernen, die ihm ein selbständiges Leben ermöglichen wie Einhändertraining oder bestimmte Strategien bei Demenz.

„Wir arbeiten mit der neuesten Ausstattung und dem aktuellen Wissen. Uns sind evidenzbasierte und Leitlinien orientierte Maßnahmen wichtig. Dies bedeutet gerade auch gezielt Geräte wie Laufband, Gangtrainer oder auch Hand-Armtrainer einzusetzen, um die optimale Erholung nach einer Schädigung zu erzielen“, so Hans Lamprecht, Physiotherapeut, Dozent und Autor im Bereich Neurorehabilitation und Geriatrische Rehabilitation. „Unser Handzirkel und die verschiedenen Laufbänder ermöglichen ein hochintensives Üben und Trainieren. Dadurch werden erstaunliche Verbesserungen beim Gehen und der Handfunktion erzielt“, ergänzt Sabine Lamprecht, die ein Masterstudium in Neurorehabilitation absolviert hat.

In der Orthopädie, nach Unfällen oder Operationen

In diesem Bereich werden Störungen beziehungsweise Funktionseinschränkungen des Bewegungssystems behandelt. Dadurch sollen Beweglichkeit, Kraft, Geschicklichkeit und Koordination trainiert bzw. wiederhergestellt werden. Ziel ist es auch hier, die größtmögliche Selbständigkeit zu erzielen. Ist eine vollständige Heilung nicht möglich, werden Strategien entwickelt, um die bestehenden Defizite auszugleichen. Dazu gehören der Umgang mit Hilfsmitteln, Schienen und Haushaltshilfen.

Ergotherapie mit älteren Menschen

Auch für ältere Menschen bieten die Ergotherapie und die Physiotherapie einen deutlichen Zugewinn für den Alltag. Patienten mit chronischen Erkrankungen, die aufgrund verschiedener Einschränkungen und Mehrfacherkrankungen in Senioren- und Pflegeheimen leben, können durch verschiedene Therapiemaßnahmen gezielt gefördert werden. Kraftaufbau und Beweglichkeit werden spezifisch und individuell gefördert. Die Sturzprophylaxe spielt eine wichtige Rolle. Schmerzbehandlung ist zudem ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Hier lernt der Patient sich besonders schonend und schmerzarm zu bewegen.

Ergotherapie und Physio- therapie bei Kindern

Kinder und Säuglinge mit Entwicklungsverzögerung, Asymmetrien oder Verhaltensauffälligkeiten werden von spezialisierten Physio- und Ergotherapeuten betreut. In der Ergotherapie setzt der Therapeut beispielsweise verhaltenstherapeutische Ansätze, Konzentrationsübungen oder Verfahren zum Training der Sozialkompetenz ein. Auch hier sei es wichtig, interdisziplinär zu denken und zu handeln. „Denn oft brauchen diese Kinder eine umfassende Förderung mit Physiotherapie oder auch Logopädie“, so die Logopädin Ann-Kathrin Lamprecht. Bei Kindern mit ADHS wird erfolgreich das Neurofeedback eingesetzt.

Ergotherapie bei Menschen mit Demenzerkrankungen

Ganz andere Bedürfnisse haben Menschen mit Demenzerkrankungen. Bei ihnen sollen die Maßnahmen die vorhandenen Fähigkeiten so lange wie möglich erhalten und die Auswirkungen der Krankheit möglichst lange hinauszögern. Dazu gehört oft eine Anpassung der Umgebung zu Hause. Außerdem sollten die Betroffenen Strategien erlernen, wie sie mit dem Nachlassen des Gedächtnisses umgehen können. Wichtig ist es auch, die Angehörigen in die Behandlung einzubeziehen. Bei jedem kognitiven Training ist eine Zusammenarbeit mit einem Neuropsychologen wertvoll.

Ergotherapie und Physiotherapie muss sehr gezielt erfolgen und nach neuesten Erkenntnissen dann ist sie meist sehr erfolgreich. Noch erfolgreicher ist jede Therapie im interdisziplinären Team.

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