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Weiße Flecken im Mund

In der Fachsprache Leukoplakie genannt

Grafik: proDente

proDente. Gesunde Mundschleimhaut ist glatt, blass-rosa und weich. Ein weißer, nicht abwischbarer Fleck auf der Mundschleimhaut, der aus einer übermäßigen Verhornung entsteht und in der Fachsprache Leukoplakie genannt wird, kann auf eine krankhafte Veränderung der Mundschleimhaut hindeuten. Aus dieser kann sich ein bösartiger Tumor der Schleimhaut entwickeln. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt klärt den Verdacht auf Mundhöhlenkrebs ab. Zweimal jährliche Kontrolluntersuchungen in der Zahnarztpraxis sind also auch eine Krebsvorsorge. Es gilt: Je früher Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

„Jede Veränderung der Mundschleimhaut, die länger als zwei Wochen besteht, sollte die Zahnärztin oder der Zahnarzt abklären“, erläutert Prof. Dr. Dr. Norbert Kübler, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie an der Universität Düsseldorf. „Das ist wichtig, auch wenn die Stelle nicht schmerzt. Denn auch die schmerzfreien Veränderungen sind gefährlich.“ Verdächtig auf ein Mundhöhlenkarzinom sind nicht nur weiße Flecken wie bei einer Leukoplakie, sondern auch rote Flecken sowie raue, verdickte, verhärtete und eingezogene Stellen oder offene Geschwüre.

Leukoplakie kann Vorstufe für Mundhöhlenkrebs sein

Bei einem oder mehreren weißen, nicht abwischbaren Flecken auf der Mundschleimhaut spricht die Zahnärztin oder der Zahnarzt von einer Leukoplakie. Die Leukoplakie entsteht durch eine Verhornung der Schleimhaut. Ursache dieser Verhornung ist die ständige Reizung der Mundschleimhaut z.B. durch Rauchen, Alkoholgenuss sowie andere chemische oder mechanische Reize in der Mundhöhle. Von einer Leukoplakie können die Schleimhäute des Mundbodens, des Kiefers, der Zunge, der Wange und des Gaumens betroffen sein. Je nach Aussehen, Oberflächenbeschaffenheit und Begrenzung der Flecken unterscheidet die Zahnärztin oder der Zahnarzt unterschiedliche Formen der Leukoplakie. Manche Formen der Leukoplakie sind gutartig, andere entwickeln sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einem bösartigen Tumor oder sind bereits bösartig. Die Oberflächen der leukoplakischen Schleimhautveränderungen reichen von flach, gleichmäßig mit erkennbarem Rand bis zu warzenartig, aufgeworfen und unscharf begrenzt oder fleckenförmig weiß mit roten Stippchen.

Kontrolltermine in der Zahnarztpraxis wahrnehmen

Die Zahnärztin oder der Zahnarzt erkennt Veränderungen der Mundschleimhaut, wie z.B. eine Leukoplakie. Zweimal jährlich empfohlene Routineuntersuchungen in der Zahnarztpraxis sind somit nicht nur wichtig für gesunde Zähne und Zahnfleisch, sondern auch für die Früherkennung von Mundhöhlenkrebs oder dessen Vorstufen. Zunächst befragt die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Patientin oder den Patienten ausführlich auf mögliche Ursachen und Reize hin und untersucht dann die gesamte Mundhöhle. Im Fokus der Untersuchung stehen nicht nur Zähne und Zahnfleisch, sondern auch die Zunge sowie die Schleimhaut von Mundboden, Kiefer, Zunge, Wangen und Rachen. Auffällige Stellen im Mund schaut die Zahnärztin oder der Zahnarzt besonders gründlich an, tastet sie ab und nimmt gegebenenfalls einen Bürstenabstrich von der betreffenden Stelle. So kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt bereits Vorstufen von Mundhöhlenkrebs erkennen. Bei einem unmittelbaren Tumorverdacht oder im Zweifel sollte die Patientin oder der Patient zeitnah an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Oralchirurgie oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie überwiesen werden.

Behandlung möglichst früh beginnen

Besteht ein unklarer Verdacht auf eine Krebserkrankung, entnimmt in der Regel die Fachärztin oder der Facharzt zur Sicherung der klinischen Diagnose unter örtlicher Betäubung gegebenenfalls eine Gewebeprobe. Bestätigt die klinische Diagnose den Verdacht auf eine Krebserkrankung, sollte die Behandlung schnell beginnen. Denn wie bei so vielen Tumoren gilt auch hier: Je früher die klinische Diagnose gestellt und eine Behandlung eingeleitet wird, umso besser ist der Krebs heilbar. Veränderungen der Mundschleimhaut, aus denen sich ein bösartiger Tumor entwickeln kann, müssen häufiger kontrolliert werden. Patientinnen und Patienten sollten die empfohlenen Termine immer wahrnehmen.

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