Serie Garten

Das Paradies mit allen Sinnen genießen

Juni Der große Tag ist gekommen. Die Bauers in Holzmaden öffnen die Tore für Besucher und zeigen die Vielfalt ihres Naturgartens unzähligen interessierten Gartenfreunden. Von Cornelia Wahl

Nicht nur die Bauers genießen ihre grüne Oase. Am Tag der offenen Gärten strömten viele Schaulustige hindurch.Fotos: Markus Brän
Nicht nur die Bauers genießen ihre grüne Oase. Am Tag der offenen Gärten strömten viele Schaulustige hindurch. Foto: Markus Brändli

Besser hätte es nicht kommen können. Trotz wetterbedingter Rückschläge in den vergangenen Wochen präsentiert sich der Garten von Heide-Marie und Heinz Bauer in Holzmaden an diesem sonnigen Sonntag unter einem blauen Himmel, wie er schöner nicht hätte sein können. Es ist ein besonderer Sonntag: Im Rahmen der „Offenen Gärten in Esslingen und im Mittleren Neckarraum“ öffnen die Bauers ihren Garten für interessierte Hobbygärtner und solche, die es werden wollen. Es gibt allerlei zu bestaunen, zu fühlen, zu riechen und zu schmecken. Wer wollte, durfte dem ausgeschilderten Rundgang folgen oder einfach so durch den Garten schlendern.

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Liebevoll beschriftete Kärtchen in Themenecken geben Anregungen für Bepflanzungen. „Den Garten muss man erfühlen und mit allen Sinnen genießen“, sagt Heide-Marie Bauer und strahlt dabei. Den Garten mit allen Sinnen genießen - das taten die Gekommenen mit Freude.

Sie staunten nicht schlecht, wie harmonisch den Bauers es gelungen ist, den Garten zu gestalten. Ein Ehepaar fand: „Die Arbeit, die sich die Bauers gemacht haben, ist fantastisch. Es ist eigentlich ein Paradies.“ Durchweg erntete das Ehepaar Bauer Lob und Bewunderung. Die Besucher ließen sich gerne in den Sitzecken nieder, genossen das laue Lüftchen, den Ausblick auf den Garten oder erfreuten sich an den Wasserspielen.

Erst die Arbeit, dann Vergnügen

Bis zu diesem Tag hatten Heide-Marie und Heinz Bauer alle Hände voll zu tun. Um die Gartenwege für den Besucheransturm vorzubereiten, holte Heinz Bauer „im Schotterwerk frischen, hellen Schotter“, wie er sagt. Und damit sich im Teich erst gar kein Faulschlamm bilden und für Trübungen sorgen konnte, fischte Heinz Bauer regelmäßig Pflanzenreste und Laubblättchen von der Wasseroberfläche.

Derweil widmete sich Heide-Marie Bauer den Stauden und Gräsern, denen sie mit einem Band Halt gibt. An vielen Ecken sind im Garten Ruhepole entstanden, wo es sich beim Klang der Windspiele, des plätschernden Wassers und des Vogelgezwitschers gut aushalten lässt. Stühle und Bänke sind mit frischer blauer Farbe überzogen und leuchten zwischen dem Grün der Farne, den Bäumen, Gräsern und Blumen hervor.

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Foto: Markus Brändli

Aus alten Holzleitern hat Heinz Bauer an einer Hecke ein Gerüst in stabiler U-Form gebaut. Dort hängen von der Hausherrin bepflanzte kleine blaue Kästchen mit rosafarben oder weiß blühenden Blumen. Heide-Marie Bauer kaufte neue Hortensien, die neben den dem Frost zum Opfer gefallenen vorhandenen Artgenossen mit ihren prächtigen Blüten dem Auge schmeicheln. „Außerdem habe ich den Giersch und das Unkraut entfernt“, erzählt sie. Bedingt durch das starke Wachstum der Rosen am Eingang zur Waldwichtel-WG bastelte der Hausherr nebendran eine weitere Rankhilfe.

„Nicht alles haben wir alleine geschafft“, beschwichtigt die Hobbygärtnerin, als die Sprache auf die viele Arbeit kommt, die in dem Garten steckt. „Die Natur mit dem Regen und der Sonne hat ihr Scherflein dazu beigetragen“, sagt sie. Und nicht zu vergessen: die Hilfe der Waldwichtel. Die kleinen Wesen, kleine Figuren über den Garten verteilt, ruhen sich mehr oder weniger geschafft abseits des bunten Treibens von den Mühen der letzten Wochen aus. Sie sitzen lachend rund um den Grill oder halten ein Nickerchen in ihrem schattigen Versteck.

Pflanzen für zu Hause

Allerlei zum Schlemmen wartete auch auf die angereisten Gartenfans. Heinz Bauer besorgte Getränke, und Heide-Marie Bauer backte Kuchen. Und so gab es für die Gartenfreunde nicht nur reichlich Augenschmaus, sondern auch genügend Gaumenschmaus. Und wer wollte, durfte sich noch eines der eigens dafür vorgesehenen Pflänzchen mit nach Hause nehmen.

Gartentipps für Juni

1. Gartenwege schottern

Die Natürlichkeit des Gartens unterstreicht das Schottern der Fußwege. Die Wege lassen sich bequem begehen.

2. Zeit, die Rosen zu pflegen

Die Zeit im Juni eignet sich dazu, die Wildtriebe der Rosen zu entfernen. Bei Edelrosen sollte das Verblühte sofort ausgeputzt werden. So kann die Knospenbildung gesteigert werden. Auch sollten die Rosen regelmäßig auf Krankheiten und Schädlinge kontrolliert und bei Bedarf sofort behandelt werden. Das Gießen am Rosenstock kann helfen, Mehltau und Rostpilze zu verhindern.

3. Teichpflege

Durch Wind in den Gartenteich gefallenes Laub oder abgestorbene Pflanzenreste sollten regelmäßig von der Wasserfläche entfernt werden. Haben sich die Teile erstmal mit Wasser vollgesaugt, sinken sie auf den Teichgrund, wo Mikroorganismen sie zu Faulschlamm umbauen.

4. Auf Zecken achten

Nach getaner Gartenarbeit sollte der ganze Körper auf Zeckenstiche hin abgesucht werden. Bevorzugte Stellen, wo sich die Plagegeister niederlassen, sind Bauch- und Brustbereich, Kniekehlen, Hals und Kopf. Zum Entfernen eignen sich spezielle Pinzetten, eine Zeckenkarte oder ein Zeckenlasso. Nach dem Entfernen sollte die Stichstelle mit Alkohol oder einer jodhaltigen Salbe desinfiziert werden. Dann die Einstichstelle beobachten. Geht die Rötung nicht zurück oder schwillt die Stelle stark an, wird sie heiß und pocht, ist ein Besuch beim Doktor angezeigt. Das gilt auch, wenn man sich nicht sicher ist, ob die Zecke korrekt entfernt ist. cw