Serie Weihnachtsaktion

Tanzen für die gute Sache

Presseball Ein beschwingter Abend hatte für alle etwas zu bieten: Tanzmusik, Tombola, einen Ausflug in die 50er-Jahre und Sportakrobatik vom Feinsten. Von Andreas Volz

Wenn der rote Teppich direkt zur grünen Fotowand führt, dann ist Presseball: Das Blitzlichtgewitter, das Susanne Schneider und ihr Team veranstalten, ist seit Jahren der Auftakt zu Kirchheims Tanzgala, die der Teckbote bereits zum 34. Mal auf die Beine gestellt hat. Die Fotos dienen, wie der gesamte Ball, der guten Sache. Mit dem Presseball beginnt nämlich die Teckboten-Weihnachtsaktion - „zur Unterstützung für viele bedürftige Menschen in unserem Verbreitungsgebiet“, wie Verleger Ulrich Gottlieb zur Begrüßung der Ballgäste sagte.

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Foto: Carsten Riedl

Die Blue Stars aus Heiningen bezeichnete er als „Garanten für hervorragende Tanzmusik, die uns mit ihren Klängen über die Tanzfläche begleiten“. Kurz darauf traten nicht nur die Musiker den Beweis dafür an, sondern auch zahlreiche Tanzpaare, die das Parkett umgehend in Beschlag nahmen. Viele Gäste schätzen den Presseball, weil es kaum mehr vergleichbare Veranstaltungen gibt.

Das war in den 50er-Jahren noch ganz anders. In die Zeit, in der es noch jede Woche irgendwo einen großen Ball gab, entführte das „Duo Knack“ die Ballgäste - mit einem Auszug aus dem Programm „Cindy, oh Cindy“. Hintergründig ging es um die Zeit, in der im Kino Sissi lief und in der Deutschland zum ersten Mal Fußball-Weltmeister wurde. Es ging um ein verstaubtes Frauenbild, in dem es für Frauen nur zwei Fragen zu geben schien: „Was soll ich anziehen, und was soll ich kochen?“

Foto: Carsten Riedl

Trotzdem gab es schon starke Töne vom angeblich schwachen Geschlecht. Für den richtigen Mann galt wohl damals schon im Schlager ein genaues Anforderungsprofil: „Er muss schick sein. Nicht zu dick sein. Mit viel Zaster. Keine Laster.“ In der Puddingwerbung wurden sogar noch ganz andere Qualitäten von Ehemännern angepriesen: „Männer, die gerne Süßes essen, haben einen guten Charakter.“ Nicht zuletzt zeigten Martina Knoll und Angela Hack aber auch die Schattenseiten auf, die das Dasein bereits in den 50er-Jahren mit sich brachte: Mit „Frauengold“ konnte auch „frau“ sich ihr Leben schöntrinken.

Foto: Carsten Riedl

Musikalisch waren sie sehr schwungvoll, die Lieder aus den 50ern, und auch die Blue Stars machten schwungvoll weiter, bis zum eigentlichen Höhepunkt des Abends: der Verleihung der Tombola-Hauptpreise. Diese reichten vom „Dinner for two“ bis hin zu Einkaufsgutscheinen in Höhe von 800 und 1 000 Euro. Das Glück zeigte sich dabei sehr konzentriert und von seiner ausgesprochen launischen Seite. Die Losnummern für beide Gutscheinumschläge befanden sich nämlich in ein und derselben Hand.

Ein Abend voller Gewinner

Gewonnen hat aber natürlich jedes Los: Weil mit dem Geld Projekte der Ziegelhütte Ochsenwang, des Café Hope der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde sowie des Kirchheimer Arbeitskreises Asyl unterstützt werden.

Gewonnen haben sowieso alle Besucher des Abends, auch die mit weniger Losglück: Es war ein vergnüglicher und geselliger Abend, sowohl auf als auch abseits der Tanzfläche. Selbst die Cheerleader der Kirchheimer Knights zählten in der Stadthalle am späteren Abend zu den Gewinnern: Sie konnten mit ihrer Sportakrobatik die uneingeschränkte Sympathie des Publikums gewinnen. Ihr Erfolg beim Presseball war also die perfekte Kompensation für die Niederlage der Basketball-Ritter am früheren Abend.

Was bleibt vom Presseball? Ein Versprechen an genau dieses treue und begeisterungsfähige Publikum: Blue-Star-Sängerin Ingrid Schneider präsentierte sich bei ihrem Soloauftritt kurz vor Mitternacht mit dem Lied „I will always love you“, das durch Whitney Houston und „Bodyguard“ Berühmtheit erlangt hat. Beim letzten und sehr langgezogenen „you“ machte sie deutlich, wem ihre Liebe gilt: dem Publikum beim Presseball des Teckboten. Sie dürfte dieser Liebe treu bleiben.

 

Die Bilder vom Presseball, hat Carsten Riedl eingefangen. 

Foto: Carsten Riedl
Foto: Carsten Riedl