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Vorsicht bei Billig-Anbietern

Die Hausverwaltung sollte sorgfältig ausgewählt werden.Foto: Carsten Riedl
Die Hausverwaltung sollte sorgfältig ausgewählt werden.Foto: Carsten Riedl

pm. Worauf sollten Wohnungseigentümer bei der Auswahl einer Immobilienverwaltung achten? Woran erkennen sie, ob die Verwaltung professionell agiert? Hilfe bei der wichtigen Suche nach einer qualifizierten Verwaltung erhalten Eigentümergemeinschaften mit der kostenlosen Verwalter-Checkliste des Verbands der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV Deutschland).

„Die Eigentumswohnung ist wesentlicher Bestandteil der privaten Altersvorsorge. Deswegen ist der wichtigste Grundsatz bei der Verwalterwahl, niemals die Vergütung zum entscheidenden Kriterium zu machen - denn das kann sich rächen. Den meisten ist klar: Wer zu billig baut, bekommt nur selten Qualität und muss mit höheren Instandsetzungskosten rechnen. Dieser Grundsatz gilt auch für die Immobilienverwaltung. Wer den billigsten Anbieter wählt, ist oft nicht gut beraten“, so VDIV-Deutschland-Geschäftsführer Martin Kaßler.

Wohnungseigentümergemeinschaften, die auf der Suche nach einer neuen Verwaltung sind, rät der VDIV Deutschland mit besonders großer Sorgfalt auszuwählen, um qualitative hochwertige Leistungen zu erhalten, den Wert der Eigentumswohnung langfristig zu sichern und Risiken zu minimieren. Ein gewichtiger Aspekt ist dabei die fachliche Eignung des Unternehmens.

Nachdem sich der VDIV Deutschland lange Zeit mit viel Nachdruck für die Einführung eines Sachkundenachweises eingesetzt hat, können Wohnungseigentümer ab dem 1. Dezember 2022 von ihrem dann neu bestellten Verwalter den Nachweis einer Zertifizierung verlangen. Diese setzt eine Prüfung der notwendigen rechtlichen, kaufmännischen und technischen Kenntnisse vor der Industrie- und Handelskammer voraus. So sieht es das reformierte Wohnungseigentumsgesetz (WEG) vor, das am 1. Dezember 2020 in Kraft getreten ist. „Bis zu diesem Stichtag ist für die gut zwei Millionen Wohnungseigentümergemeinschaften bundesweit unsere aktualisierte Verwalter-Checkliste eine umso wertvollere Hilfe“, erläutert Martin Kaßler. Gegliedert nach allgemeinen Anhaltspunkten sowie Hinweisen zur Vertragsgestaltung, zur Finanz- und Vermögensverwaltung, zur kaufmännischen Geschäftsführung sowie zur technischen Verwaltung beinhaltet die Checkliste die wichtigsten Prüfkriterien, die bei der Auswahl eines professionellen Verwalters zu beachten sind.

Die Checkliste ist ­unent­geltlich über die Website des VDIV Deutschland www.vdiv.de abrufbar

Ein Gütesiegel für professionelle Immobilienverwaltungen ist zudem die Mitgliedschaft in einem VDIV-Landesverband. Denn da die seit 2018 vorgeschriebene Pflicht zu 20 Stunden Weiterbildung in drei Jahren dem komplexen Tätigkeitsfeld des Verwalters keinesfalls gerecht wird, verpflichten sich die Mitglieder der VDIV-Landesverbände, mindestens 45 Stunden an Weiterbildung pro Objektbetreuer in drei Jahren zu erbringen und damit die Weiterbildungspflicht freiwillig mehr als zu verdoppeln. Zudem verfügen sie über eine Vertrauensschadenversicherung, die das Vermögen der Eigentümer im Schadensfall zusätzlich schützt.

Erst vor wenigen Tagen haben Haus & Grund Deutschland und der VDIV Deutschland erstmals einen gemeinsamen WEG-Verwaltervertrag vorgestellt, der die veränderten Vorgaben des neuen Wohnungseigentumsgesetzes transparent und nachvollziehbar abbildet.

VDIV Deutschland und Haus & Grund stellen gemeinsamen Mustervertrag vor

Aufgrund des Inkrafttretens des novellierten Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) am 1. Dezember 2020 veröffentlichen der Verband der Immobilienverwalter Deutschland sowie Haus & Grund Deutschland einen gemeinsamen Mustervertrag für die Wohnungs­eigentumsverwaltung. Er berücksichtigt die im Zuge der Gesetzesreform veränderten Vorgaben sowie die Entwicklung der Rechtsprechung und ist vom Gedanken der Transparenz getragen.

„Das reformierte WEG gibt Eigentümergemeinschaften mehr Verantwortung und schafft mehr Gestaltungsspielraum bei den Aufgaben und Befugnissen des Verwalters. Das muss sich in der Grundlage der Zusammenarbeit beider Parteien - dem Verwaltervertrag - widerspiegeln: vertrauensvoll, transparent und im fairen Ausgleich, unter anderem durch eine sich erklärende Vergütungsstruktur“, so VDIV-Deutschland-Präsident Wolfgang D. Heckeler zum neuen Mustervertrag für die Wohnungseigentumsverwaltung.

„Ziel der WEG-Reform war es, den Verbraucherschutz zu stärken. Dazu bietet ein transparenter und nachvollziehbarer WEG-Verwaltervertrag eine gute Grundlage der Zusammenarbeit. Daher war es für uns die logische Konsequenz, dass beide Dach­verbände einen gemeinsamen Mustervertrag für die Wohnungseigentums­verwaltung erarbeiten“, erläutert der Präsident von Haus & Grund Deutschland, Kai Warnecke.

Der Mustervertrag berücksichtigt neben den im Zuge der WEG-Reform erforderlichen Neuerungen wie den Rechten und Pflichten des Wohnungseigentumsverwalters auch die Entwicklung der Rechtsprechung, beispielsweise zu umstrittenen Vergütungsfragen.

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