50plus

Was ist Schwindel?

Was ist Schwindel?
Training bessert Schwindel, während Ruhe und Schonung ihn eher verschlimmern. Ein wichtiges Element der Behandlung stellen deshalb physiotherapeutische Maßnahmen dar. Foto: HSH Lamprecht

SL. Schwindel und Gleichgewichtsstörungen gehören neben Kopf- und Rückenschmerzen zu den häufigsten Beschwerden, die Patienten zum Arzt führen. Schwindel kann sich auf vielfältige Weise äußern. Bei den über 65-Jährigen steigt der Anteil auf mehr als 30 Prozent und liegt bei den über 75-Jährigen noch höher.

Schwindel ist ­Symptom ­unterschiedlicher ­Erkrankungen

Bei Schwindel handelt es sich um keine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom. In voller Ausprägung äußere sich Schwindel in starker Fallneigung sowie in begleitenden vegetativen Beschwerden wie beispielsweise Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen, so Sabine Lamprecht, Physiotherapeutin mit eigener Praxis in Kirchheim. Allerdings deute Schwindel oder auch die Aussage: „Mir ist schwindelig“ häufig auf Gleichgewichtsstörungen hin, die sich meist gezielt behandeln lassen, so Sabine Lamprecht, die auf zentralen Schwindel spezialisiert ist und froh ist, ausgebildete Schwindeltherapeuten in der Praxis zu haben.

Hinter Schwindelgefühlen können sich neurologische Störungen, Ohrenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden aber auch psychische Ursachen verbergen. „Es ist wichtig, dass vorab genau geklärt wird,was die Ursache von Schwindel sein kann“, so Hans Lamprecht, Physiotherapeut und Geschäftsführer der Praxis Lamprecht.

Gutartiger Lageschwindel

Der gutartige anfallsweise auftretende Lagerungsschwindel kommt im Erwachsenenalter, vor allem bei älteren Menschen vor. Er ist sehr häufig und hat seinen Ursprung im Gleichgewichtsorgan.

Der Schwindel dauert jeweils nur Sekunden an und tritt oft nach schnellen Bewegungen des Kopfes auf. Mögliche Ursachen können leichte Traumen oder längere Bettlägerigkeit sein. Oft begleiten Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch und Angstgefühl die Schwindelattacken. Betroffen sind am häufigsten Frauen zwischen 60 und 80 Jahren.

Befreiungsmanöver bei Lagerungsschwindel

Meist klingen die Beschwerden innerhalb von mehreren Wochen bis Monaten ab. Schneller verschwinden die Beschwerden, wenn ein gezieltes Lagerungsmanöver durchgeführt wird. „Ein richtig ausgeführtes Lagerungsmanöver kann sofort Besserung bringen“, erklärt Sabine Lamprecht.

Lagerungstraining

Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen gilt: Training bessert Schwindel, während Ruhe und Schonung ihn eher verschlimmern. Ein wichtiges Element der Behandlung stellen deshalb physiotherapeutische Maßnahmen dar. Die Strategie der spezifischen physiotherapeutischen Behandlung ist es, durch das ständige Training von Stand- und Gangsicherheiten eine Verbesserung der Gleichgewichtsreaktionen des Patienten zu erzielen ,meint Sabine Lamprecht .Bei bestimmten Schwindelerkrankungen wie dem gutartigen Lagerungsschwindel und dem Dauerdrehschwindel bei einer Entzündung des Gleichgewichtsnervs lassen sich die Heilungsverläufe durch solche Übungen erheblich verkürzen. Schwindel kann oft gut behandelt werden, gerade auch physiotherapeutisch, aber man muss sich mit dieser speziellen Problematik gut auskennen und gezielt vorgehen. Die Aussage „Das komme von der Halswirbelsäule“, stimme eben meist nicht, so Sabine Lamprecht.