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Ergebnisse der Familienstudie 2018

Ergebnisse der Familienstudie 2018
Zwar finden die meisten Familien bereits bewegungsfreundliche Bedingungen in ihrem direkten Wohnumfeld vor, dennoch wünschen sich über 80 Prozent der Eltern bei Spielplätzen, Parks, Sportstätten und Radwegen weitere Verbesserungen. Foto: AOK

ams. Familien in Deutschland bewegen sich zu wenig - so lautet ein wesentliches Ergebnis der AOK-Familienstudie 2018. Im Rahmen der Studie befragte das IGES-Institut rund 5.000 Mütter und Väter. Danach bewegen sich 45 Prozent der befragten Eltern zwar täglich mit ihren Kindern, doch für jede dritte Familie spielt körperliche Aktivität in der Freizeit überhaupt keine Rolle.

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Ein Grund könnte der zeitliche Stress von Eltern sein, den 40 Prozent der Befragten als größten Belastungsfaktor ansehen. „Unsere Gesellschaft leidet immer mehr an Übergewicht und Bewegungsmangel. Die Ergebnisse sind ein klares Alarmsignal“, sagt Jens Martin Hoyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. So gaben weniger als die Hälfte der Befragten an, mit ihren Kindern in der Freizeit zu Fuß zu gehen, Rad zu fahren oder Sport zu treiben.

„Viele Eltern kommen ihrer Vorbildfunktion, gerade was Bewegung angeht, leider nicht ausreichend nach“, so Hoyer. Vor allem übergewichtige und sehr übergewichtige Eltern - und das sind laut Studie mehr als die Hälfte der Befragten - bewegen sich mit ihren Kindern wenig, heißt es in der AOK-Familienstudie 2018 weiter.

Während nur 25 Prozent der Eltern mit Normalgewicht berichten, dass körperliche Aktivität in ihrer Familie keine Rolle spielt, trifft dies auf jede dritte Familie zu, in der Eltern übergewichtig sind. Bei Eltern mit Adipositas (Fettleibigkeit) sind das sogar 43 Prozent.

Kinder bewegen sich mehr in attraktiven Wohnumfeldern

Prof. Dr. Jutta Mata vom Lehrstuhl für Gesundheitspsychologie der Universität Mannheim hat die Studie wissenschaftlich begleitet. „Nur zehn Prozent der Kinder sind so aktiv wie von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen.

Diese Zahlen sind niedriger als in anderen repräsentativen Untersuchungen für Deutschland und spiegeln dennoch den gleichen Trend wider: Die körperliche Aktivität bei Kindern ist in Deutschland generell sehr gering“, sagt Mata. Eine Rolle spiele dabei auch der zunehmende Medienkonsum. Bewegungsdauer könne man am einfachsten durch einen aktiveren Alltag erhöhen.

Die AOK-Familienstudie widmet sich außerdem schwerpunktmäßig der Frage, welchen Einfluss die kommunale Infrastruktur auf die Bewegungsfreudigkeit von Familien hat. Kinder, die laut Eltern in einem attraktiven Wohnumfeld leben, bewegen sich im Schnitt an 3,8 Tagen pro Woche und damit 27 Prozent mehr als Kinder, die diese Bedingungen gar nicht vorfinden. Ähnlich sieht es auch beim gemeinsamen Radfahren aus. Je mehr sichere und nutzerfreundliche Radwege vorhanden sind, desto häufiger schwingen sich Familien gemeinsam auf den Sattel. Zwar finden die meisten Familien bereits bewegungsfreundliche Bedingungen in ihrem direkten Wohnumfeld vor, dennoch wünschen sich über 80 Prozent der Eltern bei Spielplätzen, Parks, Sportstätten und Radwegen weitere Verbesserungen. Mit der Familienstudie 2018 liefert die AOK bereits zum vierten Mal eine detaillierte Bestandsaufnahme zur Familiengesundheit in Deutschland.