Berufsausbildung

Abwechslungsreich und krisensicher

Abwechslungsreich und krisensicher
Weitere Information zur Aus- und Fortbildung sind auf der Website der Steuerberaterkammer Stuttgart unter www.stbk-stuttgart.de verfügbar.Foto: Bundessteuerberaterkammer (BStBK)

STBK. Die Corona-Krise ist ein Stresstest für die deutsche Wirtschaft und geht auch an den Ausbildungsberufen nicht spurlos vorbei. Zahlreiche Unternehmen werden aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage deutlich weniger ausbilden. „Wer im Herbst 2020 eine Ausbildung beginnen möchte, fragt sich nun: Finden Bewerbungsverfahren statt? Macht es überhaupt Sinn, sich gerade jetzt für einen Ausbildungsplatz zu bewerben? Die Antwort lautet: Ja. Denn nicht alle Branchen sind gleichermaßen betroffen: Steuerfachangestellte werden gerade in der Krise händeringend gesucht“, so die Steuerberaterkammer Stuttgart.

Ein krisenfester Beruf mit Zukunft

Steuerberater sind wichtige Ansprechpartner in der Corona-Krise: Die staatlichen Soforthilfemaßnahmen der Bundes- und Landesregierung für Unternehmen und Solo-Selbstständige müssen bearbeitet, Unterlagen für die Beantragung von Krediten zusammengestellt oder Kurzarbeitergeld berechnet wer- den. Insgesamt ist der Beratungsbedarf der Mandantenunternehmen in den Kanzleien stark angestiegen. Dies zeigt deutlich, dass der Beruf der Steuerberater und auch der Steuerfachangestellten sehr wichtig und verantwortungsvoll ist. Die Branche ist nicht nur krisen-, sondern auch zukunftssicher. Das zeigt auch die Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über die voraussichtliche Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes bis zum Jahr 2035. Die Prognose: Trotz zunehmender Digitalisierung wächst der steuerberatende Beruf aller Wahrscheinlichkeit nach von 242.900 Arbeitskräften im Jahr 2015 auf ca. 273.000 im Jahr 2035. Steuerfachangestellte werden bereits jetzt gesucht.

Vielfältige Aufgaben

Steuerfachangestellte unterstützen unter anderem Steuerberater/innen bei der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung von Mandanten. Sie stehen in Kontakt mit Finanzämtern oder Sozialversicherungsträgern, berechnen Gehälter, planen und überwachen Termine und Fristen. Sie stehen im engen Kontakt mit den Mandanten, verarbeiten deren Rechnungen, Belege und Kontoauszüge zu einer ordnungsgemäßen Buchführung, bearbeiten Steuererklärungen und überprüfen Steuerbescheide.

Mithilfe neuester EDV- und Kommunikationstechnik werden beispielsweise Rechnungen und Kontoauszüge elektronisch verbucht, Konten geführt, Abschlüsse erstellt und in der elektronischen Akte archiviert. Staubige Aktenordner gibt es schon lange nicht mehr. Außerdem erhalten Steuerfachangestellte einen tiefen Einblick in viele unterschiedliche Unternehmen sowie in wirtschaftliche Zusammenhänge durch den Kontakt mit Mandanten aus Industrie, Handel, Handwerk, dem Dienstleistungsbereich sowie Freiberuflern und Privatpersonen. Daraus ergeben sich die Ausbildungsschwerpunkte: Steuer- und Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht.

Regelausbildung oder ­Teilzeit, Vergütung

Die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten dauert im Regelfall drei Jahre. In dieser Zeit arbeiten die Auszubildenden ab dem ersten Tag in einer Steuerberaterkanzlei. Parallel gehen sie in eine Berufs- schule, wo sie das nötige theoretische Wissen erlernen. Eine Teilzeitausbildung für junge Eltern ist auch denkbar. Das ist eine gute Möglichkeit, schnell in das Berufsleben einzusteigen.

Die monatlichen Vergütungssätze, die die Steuerberaterkammer Stuttgart als angemessen bezeichnet, betragen ab 1. August 2020 im ersten Ausbildungsjahr brutto 950 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr brutto 1.060 Euro und im dritten Ausbildungsjahr brutto 1.190,-- Euro. Eine Unterschreitung der genannten Vergütungssätze um bis zu 20 % wird von der Steuerberaterkammer Stuttgart nicht beanstandet.

Fortbildung, Fortbildung, Fortbildung

Nach erfolgreicher Ausbildung gibt es verschiedene Perspektiven zur weiteren Qualifizierung. Absolventen können später sogar Steuerberater/in werden - und dass ohne ein Studium. Kein anderer Aus- bildungsberuf bietet diese besondere Möglichkeit des beruflichen Aufstiegs ohne Hochschulstudium.

Steuerfachangestellte können natürlich auch einen anderen Weg einschlagen und unter verschiedenen Fortbildungsmöglichkeiten im Mitarbeiterbereich wählen. Die Steuerberaterkammern bieten verschiedene Fortbildungsqualifikationen, die jeweils mit einer Prüfung nach den Vorschriften des Berufsbildungsgesetzes abschließen, an. Neben der bereits seit vielen Jahren angebotenen Fortbildung zum Steuerfachwirt/zur Steuerfachwirtin gibt es als weitere Angebote die Fortbildung zum Fachassistenten/zur Fachassistentin Lohn und Gehalt, zum Fachassistenten/zur Fachassistentin Rechnungswesen und Controlling sowie ab dem nächsten Jahr zum Fachassistenten/zur Fachassistentin Land- und Forstwirtschaft. Künftig soll der Kreis der Fachassistentenfortbildungen noch mit einem Fachassistenten Digitalisierung und IT-Prozesse erweitert werden, der die digitalen Schnittstellen zwischen Kanzlei, Mandant und Finanzverwaltung betreut. Voraussetzung für alle Fachassistentenfortbildungen sind jeweils eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten und der Nachweis von Berufserfahrung.

Praxisluft schnuppern mit der Ausbildungsplatzbörse

Die Ausbildungsplatzbörse www.mehr-als-du-denkst.de ermöglicht Schülerinnen und Schülern nach Angeboten unter allen ausbildenden Steuerberaterkanzleien in Deutschland zu recherchieren. Einen ersten Hinweis, ob der Ausbildungsberuf geeignet ist, gibt Interessierten der Online-Eignungstest. Dar- über hinaus ist auf den Unterseiten der Steuerberaterkammern auch ein Kalender mit Terminen für Berufs- und Bildungsmessen verfügbar. Aber auch eine direkte Nachfrage nach einem Praktikum oder Schnuppertag bei einem/r Steuerberater/in in der Nähe kann zur Orientierung dienen und entscheidend bei der Berufswahl sein.

Bewerbungsprozess ­während der Corona-Krise

Bewerbungen für eine Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten sind trotz Corona-Krise ausdrücklich erwünscht. Ausbildungskanzleien haben bereits jetzt zahlreiche Stellenanzeigen geschaltet, die in der Ausbildungsplatzbörse www.mehr-als-du-denkst.de zu finden sind. Auf www.deinerstertag.de können Interessenten zudem ihren ersten Tag in einer Steuerberaterkanzlei virtuell erleben. Für eine sichere Bewerbung können Bewerbungsgespräche per Telefonat oder als Videointerviews durchgeführt werden.

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