Berufsausbildung

Anteil Geflüchteter steigt weiter

pm. Im baden-württembergischen Handwerk begannen im vergangenen Jahr knapp 20000 neue Auszubildende ihre Lehrzeit in einem Betrieb. Das kleine Plus zum Vorjahr ist vor allem dem erneut gestiegenen Anteil an Menschen aus den sogenannten Asylzugangsstaaten zu verdanken. Für den Präsidenten des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT), Rainer Reichhold, ein Beleg für die hohe Integrationsleistung der Handwerksbetriebe.

„Wir freuen uns über jeden neuen Auszubildenden, der seine berufliche Zukunft im Handwerk sieht und wünschen unseren Nachwuchskräften eine erfolgreiche Zeit. Unsere Betriebe könnten jedoch noch deutlich mehr ausbilden. Wir gehen davon aus, dass auch 2018 mehrere Tausend Lehrstellen unbesetzt geblieben sind. Dabei sind die Zukunftsaussichten weiterhin glänzend: In den nächsten fünf Jahren suchen rund 18000 Betriebe einen Nachfolger, da stehen die Chancen für eine Karriere im Handwerk so gut wie nie“, so Landeshandwerkspräsident Reichhold.

Im Jahr 2018 wurden nach den vorläufigen Zahlen 19695 neue Ausbildungsverträge geschlossen. Das entspricht einem kleinen Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser kleine Zuwachs wurde stark von Geflüchteten getragen: 1741 Neuverträge wurden von Personen abgeschlossen, die eine Staatsangehörigkeit der nichteuropäischen Asylzugangsstaaten - plus Gambia - haben. Damit wurden neun Prozent der Neuverträge von Geflüchteten abgeschlossen.

„Der Anteil von Geflüchteten an den Auszubildenden im Handwerk nähert sich mittlerweile der Zehn-Prozent-Marke“, so Reichhold. „Das zeigt zum einen, dass Qualifizierungsmaßnahmen wie Sprachkurse greifen. Zum anderen, wie groß der Anteil der Handwerksbetriebe an einer erfolgreichen Integration der jungen Menschen ist. Wir können gar nicht genug würdigen, mit welch großem persönlichem und auch finanziellem Einsatz sich die Betriebsinhaber und Mitarbeiter hier engagieren. Wir erwarten, dass dies auch in Öffentlichkeit und Politik anerkannt wird.“

Insgesamt waren Ende vergangenen Jahres 3238 Personen aus den acht nichteuropäischen Asylzugangsstaaten plus Gambia in Ausbildung (Vorjahr: 1815). Hauptstaaten waren Afghanistan (891) und Syrien (814).