Berufsausbildung

Ein zukunftssicherer Beruf mit spannenden Aufgaben

Bei der Firma Bezler Heizungstechnik in Kirchheim-Jesingen können sich Schulabgänger während der Ausbildung zum Anlagenmechaniker intensiv mit den Themen Heizung, Sanitär und Klimatechnik beschäftigen. Die Ausbildung dauert drei bzw. dreieinhalb Jahre und beinhaltet den theoretischen Unterricht an der Berufsschule in Esslingen-Zell oder in Stuttgart sowie die praktische Mitarbeit im Lehrbetrieb. Auszubildende erzählen von ihren Erfahrungen und raten Schülern, die gerade auf Berufswahl sind, sich nicht auf den erst besten Ausbildungsberuf zu stürzen.

Manuel Schur
Manuel Schur

Manuel Schur hat die Ausbildung bei Bezler Heizungstechnik bereits hinter sich gelassen und arbeitet seit einem Jahr als Geselle im Betrieb mit. Er hat seine Entscheidung für den Lehrberuf nach verschiedenen Praktika gefällt. „Ich bin durch einen Kumpel auf den Beruf des Anlagenmechanikers gekommen. Im Büro arbeiten ist nichts für mich. Dies stellte ich bei einem Praktikum fest.“ Die dreijährige Ausbildung fand Manuel Schur spannend, allerdings hätte er sich mehr Zeit bei der praktischen Arbeit im Betrieb gewünscht. „Im ersten Lehrjahr war ich meist in der Berufsschule und hatte nur wenig Praxistage.“ Die gestellten Aufgaben gefallen dem frischgebackenen Gesellen: „Es gibt sehr viele abwechslungsreiche Aufgaben im Bereich Heizung, Sanitär und Klima. Ein Umbau in einem Gebäude ist spannend, man sieht, wie es am Anfang aussieht und was man mit den eigenen Händen geschaffen hat.“ Gute Chancen sieht Manuel Schur für seinen Lehrberuf auch in der Zukunft: „Jeder will heizen oder duschen, der Beruf wird immer gebraucht, und die Arbeit geht nie aus.“ Er empfiehlt Schulabgängern: „Wem es Spaß macht, draußen zu arbeiten und wem Dreck und Staub nichts ausmachen, sollte unbedingt mal in diesen Beruf reinschnuppern oder ein Praktikum machen.“ Das schönste Erlebnis während der Lehrzeit war der Tag, als Manuel Schur zum ersten Mal eine Baustelle leiten konnte. „Ich konnte selbstständig arbeiten und Verantwortung übernehmen, da der Chef extra in ein vollständig ausgestattetes Azubi-Fahrzeug investiert hat und die Azubis dadurch gleich an die selbstständige Arbeitsweise herangeführt werden.“

Semih Ay
Semih Ay

Semih Ay ist im ersten Lehrjahr und ist durch die Familie auf den Beruf des Anlagenmechanikers in der Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik gekommen. „Mein Bruder hat diese Ausbildung auch schon absolviert und ich fand die Arbeit spannend. Deshalb habe ich ein Praktikum gemacht und die verschiedenen Arbeiten gesehen.“ Für ihn verging das erste Lehrjahr wie im Fluge, wie der Azubi feststellt: „Dreimal in der Woche ging‘s auf die Berufsschule gefolgt von zwei Tagen im Betrieb.“ Er fühlt sich als Auszubildender sehr wohl. Spannend findet er es, „wenn der Chef eine Aufgabe gibt, dass ich die richtig erledige.“ Von der Ausbildung wünscht er sich allerdings, mehr Tage im Betrieb zu verbringen. Für Semih Ay war es die richtige Entscheidung bei der Berufswahl: „Ich würde mich heute wieder für diesen Beruf entscheiden.“

Ebenfalls im ersten Lehrjahr ist Abdulrahman Albarzawi, und er hat in seiner Heimat schon erste Erfahrungen im jetzigen Lehrberuf sammeln können. „Ich habe schon mit Heizungen gearbeitet. Beim Praktikum fand ich die Aufgaben spannend, es war genau so, wie ich es mir vorstellte.“ Bammel hatte der Auszubildende allerdings vor der Sprache. „Ich hatte am Anfang ein bisschen Angst, Deutsch zu lernen und zu sprechen, aber das hat sich schnell gelegt. In meinem Lehrberuf ist Mathematik eh wichtiger als die Sprache.“ Mit der erlebten Zeit im Berufsleben ist Abdulrahman Albarzawi zufrieden. Er freut sich, wenn er die gestellten Aufgaben selbstständig erledigen kann. Auch er würde lieber öfters im Betrieb mitarbeiten. „Für mich ist es zu viel Schultheorie, ich arbeite lieber praktisch. Ein Ärgernis sind für mich die Tagesberichte, die man jeden Tag schreiben muss.- Ich versteh das natürlich, sonst kann ja nicht abgerechnet werden.“ Im Betrieb ist der Berufsanfänger gut angekommen. „Wir haben im Lehrbetrieb eine gute Stimmung, alle verstehen sich und ich fühle mich ernst genommen.“

Abdulrahman Albarzawi
Abdulrahman Albarzawi

Etwas mehr Erfahrung gesammelt hat Fabian Eppler. Er ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr bei Bezler Heizungstechnik. An seinen ersten Arbeitstag im Lehrbetrieb erinnert er sich gerne: „Wir waren auf einer großen Baustelle mit mehreren Gesellen und konnten kleinere Aufgaben nach Instruktion direkt alleine erledigen.“ Fabian Eppler verbringt gerne Zeit im Betrieb. „Wir haben ein gutes Klima unter den Auszubildenden, aber auch mit den Gesellen und den Meistern. So macht es viel mehr Spaß, jeden Tag zur Arbeit zu gehen.“ Für ihn gibt es keine Aufgaben, die ihm lästig sind. „Ich mache alles gern, die Tätigkeiten wechseln sich täglich ab und so wird es nie langweilig.“ Den Ausbildungssuchenden empfiehlt Fabian Eppler: „Auf jeden Fall ein Praktikum machen und erst mal erleben, wie die Arbeit auf der gewünschten Ausbildungsstelle ist. Vielleicht sogar ein zweites Praktikum machen, und wenn es dann immer noch Spaß macht - herzlich willkommen im Beruf des Anlagenmechanikers für Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik.“

Fabian Eppeler
Fabian Eppeler

Für Hasan Kryeziu geht die Ausbildung bei Bezler Heizungstechnik bald zu Ende - er ist Auszubildender im dritten Lehrjahr. Er erinnert sich noch genau an seinen ersten Tag im Lehrbetrieb: „Das war sehr spannend für mich. Ein Kollege hat Masse angezeichnet und das fand ich sehr interessant. Spannend war auch, wie viel Wissen man für diesen Beruf braucht.“ Für ihn waren es drei kurzweilige Jahre und er fühlte sich wohl. „Die Zeit war sehr abwechslungsreich. Die Stimmung untereinander war sehr gut, man konnte Spaß haben und auch mal lachen, aber dennoch war es eine lehrreiche Zeit. Alle Fragen wurden beantwortet, man wurde nie im Stich gelassen.“ Ob in einem bewohnten Haus Heizkörper tauschen, Reinigen der Hebeanlage oder voller Staub von der Arbeit nach Hause kommen, Hasan Kryeziu liebt seine Ausbildung. „Es gibt kaum Arbeiten, die ich nicht gerne mache. Für mich sind die Aufgaben alle gleich wichtig, man muss sie ja zur Zufriedenheit erledigen.“ Er wünscht den Schulabgängern mehr Mut bei der Berufswahl. „Jeder soll für sich selbst herausfinden, was ihm gefällt und dabei auch mutig sein und eben Nein sagen, wenn der Ausbildungsberuf nicht zusagt.“ Er empfiehlt bei der Berufswahl, dass man sich nicht von anderen beeinflussen lassen soll. „Wer nicht gerne schmutzig wird oder nicht gerne handwerklich arbeitet, sollte nicht in den Heizungsbau gehen.“

Hasan Kryeziu
Hasan Kryeziu

Die vier Auszubildenden haben auch schon verschiedene Ziele für die Zeit nach der Ausbildung. Semih Ay will vor allem den Gesellenbrief schaffen. „Am Liebsten mit einem Zweier-Notendurchschnitt.“ Nach der Ausbildung würde er gerne als Geselle im Lehrbetrieb weiterarbeiten. Abdulrahman Albarzawi will ebenfalls die Ausbildung erfolgreich beenden und danach als Geselle in seinem Lehrberuf arbeiten. Fabian Eppler hat andere Pläne: „Nach Beendigung der Ausbildung will ich einige Jahre Berufserfahrung sammeln und dann den Techniker machen.“ Für Hasan Kryeziu steht fest: „Ich will Meister werden. Auf jeden Fall weiterhin im Handwerk tätig sein, entweder als Angestellter oder mit einer eigenen Firma.“